Portrait der Bauchtänzerin Alev: Persönliches,
künstlerischer Werdegang, Vorbilder und Aktivitäten sowie Kontaktadresse
Künstlername:
Alev
Seidenberg-Erisöz
Geburtsjahr:
1966
Sternzeichen:
Steinbock
Beruf / Tätigkeit:
Tänzerin,
Lehrerin und Choreographin für Orientalischen Tanz
Erzähl uns
ein bisschen was von Dir privat...
Tja,
was soll ich da erzählen? Fangen wir mal damit an, dass ich in Izmir,
in der Türkei geboren worden bin. Ich kam mit 7 Jahren nach Deutschland,
wo ich seit dem in Bonn lebe und zu einer überzeugten Rheinländerin
geworden bin. Ich habe einen Sohn. In meiner Freizeit schreibe ich
gerne Lyrik und veröffentliche damnächst mit meinem Freund zusammen
ein Buch mit Gedichten und Fotos. Ich versuche alles auf einmal zu
machen, wobei dies manchmal in einem heillosen Chaos endet. Z.B. stricke
ich seit mehr als zwei Jahren an einem Pullover herum und habe in
der Zwischenzeit einen zweiten angefangen. Gleichzeitig versuche ich
mir ein Kleid zu nähen, was noch sehr schief und krumm aussieht
und seit einigen Monaten im Schrank auf seine Wiederentdeckung
wartet. Zwischen diesen wichtigen Aufgaben, die ich mir manchmal so
stelle, schaue ich gerne Fernsehen, gehe unheimlich gerne ins Kino
und Lese viel zu komplizierte Bücher, deren Inhalte ich manchmal nicht
verstehe. Aber so bin ich!
Was findest
Du an Dir positiv?
Ich
versuche immer gerecht zu sein.
Und was magst
Du nicht an Dir?
Meine
Busen.
Worüber kannst
Du Dich aufregen?
Über
grundlose Unfreundlichkeit
Was bedeutet
Glück für Dich, oder was macht Dich glücklich?
Glück
bedeutet für mich geniessen zu können. Wobei die Betonung hier
auf KÖNNEN liegt.
Wann
und wie bist Du zum orientalischen Tanz gekommen?
Ich bin mit ihm aufgewachsen.
Hast
Du einen Künstlernamen und wenn ja, wie bist Du dazu gekommen?
Alev Seidenberg-Erisöz ist mein Künstlername, aber auch mein richtiger
Name, wobei Erisöz mein Mädchenname ist.
Gibt
es jemanden, der Dich besonders beeinflusst hat? Oder hattest Du
ein Schlüsselerlebnis, das Dich besonders geprägt hat?
Meine Schlüsselerlebnisse sind all meine Auftritte vor Publikum.
Ich bin süchtig danach! Es ist Wahnsinn, wenn eine große Menschenmenge
dir zujubelt und applaudiert. Ich will es nie wieder im Leben missen,
es ist zu einer Droge für mich geworden.
Was
sind Deine Aktivitäten in Sachen orientalischer Tanz?
Ich habe das Studio Saray in Bonn wo ich unterrichte,
Workshops und Projekte organisiere. Unter anderem veranstalte ich
auch Shows und Benefiz-Galas. Ich gebe auch im überregionalen
Bereich Workshops in anderen Studios. Im Bundesverband für Orientalischen
Tanz bin ich ehrenamtlich tätig und habe die Koordination der Regionalbüros
als Arbeitsbereich. Glaubst
Du, dass der Tanz Dich in Deiner persönlichen Entwicklung beeinflusst
hat? Ja, auf jeden Fall. Ich bin durch den Tanz mehr in meinem Körper.
Ich fühle ihn sehr intensiv und kann ihn gut lenken. Mein Körper
ist dadurch präsenter. Auch im alltäglichen Leben merke ich dies.
Ich teile meinem Gegenüber viele Dinge allein durch meine
Körpersprache mit. Dies passiert unbewusst. Viele Menschen fragen
mich, was ich für eine Sportart mache, ich hätte eine gute Körperhaltung
und viele denken tatsächlich ich wäre mindestens 180 cm groß, dabei
bin ich nur 166 cm, also klein und eigentlich zierlich. Einmal hat
mich ein Mann, den ich nicht kannte, angesprochen, ob ich Tänzerin
sei, worauf ich überrascht daherschaute. Auf meine Frage, wie er
das erraten hätte, antwortete er, ich sei so flink und gleichzeitig
einfühlsam in meinen Bewegungen, dies hatte er an meinem Gang erkannt.
Gibt es
eine Tanzart, eine Musikrichtung, die Du besonders magst oder hast
Du ein Lieblings-Accessoire im Tanz? Ja, ich habe in den letzten Jahren "Oriental Jazz"
für mich entdeckt. Eine Stilrichtung, die den Orientalischen Tanz
mit Jazz Dance kombiniert. Es erweitert meinen tänzerischen Ausdruck
um fiele Aspekte und macht eine menge Spas
Glaubst
Du, dass es im orientalischen Tanz neben der Technik und dem Gefühl
noch eine weitere, andere Ebene gibt – wie immer man diese bezeichnen
mag?
Ja, es gibt die Ebenen der Kunstform. Mit meinem Tanz möchte ich
der Sache dienen. D.h. Ich stelle den Tanz als Kunstform über meine
Person. In meiner Arbeit ist es egal wie ich mich fühle, mit wem
ich zusammenarbeite, welche Bedingungen gegeben sind. Das Produkt
meiner Arbeit ist das Wichtigste. Es muss der Kunst ebenbürtig sein,
ihn ehren. Die Kunst muss von mir respektvoll präsentiert, gepflegt,
weitergeben und entwickelt werden. Ich darf ihn nicht für Zwecke
einsetzen, die ihm schaden könnten oder ihn in ein schlechtes Bild
setzen. Ich darf die Kunstform nicht ausnutzen.
Glaubst
Du, dass orientalischer Tanz und Erotik zusammengehören? Sie gehören zusammen, denn es ist unwiderlegbar, dass der Orientalische
Tanz Sinnlichkeit und Erotik ausstrahlt. Sowohl für Männer als auch
Frauen, die diesen Tanz als Zuschauer erleben, spüren diese
sinnliche Energie des Tanzes. Es ist für beide Geschlechter betörend
und faszinierend. Man darf dabei jedoch nicht vergessen, dass der
Orientalische Tanz noch viele andere Aspekte besitzt, und Ausdrucksformen
beinhaltet. Wenn man dieser Kunstform dient, ist es unausweichlich,
diesen Tanz in seiner Vielfalt und seiner ganzen Kraft zu präsentieren,
Erotik mit eingeschlossen.
Hast Du
Lampenfieber und was tust Du dagegen?
Ich habe noch manchmal Lampenfieber. Zwar selten, aber wenn,
dann richtig: Wenn ich mein Kostüm angezogen habe und kurz vor meinem
Auftritt stehe, habe ich das dringende Bedürfnis auf Toilette gehen
zu müssen. Es ist schrecklich. Ich kann nichts dagegen tun. Dann
in den ersten zwanzig Sekunden meiner Darbietung kommen wackelige
Knie und Butter unter meinen Füßen hinzu. Kurz bevor ich denke:
"Gleich sterbe ich", fängt es an Spass zu machen und
Erleichterung kommt auf. Lampenfieber puscht mich auf, es ist eine
Art konzentriert sein und es nicht abwarten können endlich aufzutreten,
gekoppelt mit der Angst versagen zu können.
Dein Motto?
Mit dem Kopf durch die Wand oder ins kalte Wasser springen.
Kontaktadresse:
Studio
Saray
Alev Seidenberg-Erisöz
Siemensstr. 12c
53121 Bonn
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