Portrait der Bauchtänzerin Dalal: Persönliches, künstlerischer Werdegang, Vorbilder und Aktivitäten sowie Kontaktadresse




Künstlername: Dalal
Geburtsjahr:  1958
Sternzeichen: Schütze, Asz. Löwe
Beruf / Tätigkeit: Tänzerin, Tanzlehrerin, ganzheitliche Atem -und Massagetherapeutin
Erzähl uns ein bisschen was von Dir privat... Zur Zeit befinde ich mich in einer Zeit der Veränderung:
Nachdem ich viele Jahre ausschließlich vom Tanzen gelebt habe, hat sich in den letzten zwei Jahren ein zweites Standbein ergeben: die ganzheitliche Massage- und Körperarbeit. Diese Arbeit fließt mittlerweile in meinen Unterricht mit ein, bewegt aber auch im privaten Bereich sehr viel.
Irgendwie bin ich in Aufbruchstimmung, weiß aber nicht so genau, wo es hingehen soll: endlich eine gemeinsame Wohnung mit meinem Lebensgefährten? Oder eine neue Ausbildung? Wie alles managen? (Was machen eigentlich Frauen mit FAMILIE?) Hobbies? Wenn ich Zeit hätte, wären da reisen - reiten - meine eigenen Kleider nähen - mit Freunden gut kochen und essen.....usw. Bis jetzt reicht´s gerade zum joggen im Wald.
Was findest Du an Dir positiv? Loyalität, Ehrlichkeit; meinen manchmal etwas trockenen Humor
Und was magst Du nicht an Dir? Meine Ungeduld; ich neige in gewissen Dingen zu Verbissenheit
Worüber kannst Du Dich aufregen? Wenn ich mich ungerecht behandelt fühle; Ungerechtigkeit überhaupt; unfaires Verhalten
Was bedeutet Glück für Dich, oder was macht Dich glücklich? Glück ist etwas, was ich gar nicht genau definieren kann. Vor einigen Jahren dachte ich, Glück sei: endlich keine Existenzangst mehr zu haben; oder : meinen Traummann zu finden; oder beruflich total erfolgreich zu sein (Jede Woche Workshop unterrichten, Auftritte ohne Ende und eine volle Massagepraxis...) Mittlerweile hat sich all das relativiert. Heute bin ich glücklich, wenn ich durch den Wald jogge und die Sonne durchs Geäst scheint. Oder, weil ich irgendeine nette Begegnung habe. Oder über eine liebe SMS oder e-mail. Auf jeden Fall ist Glück für mich etwas, was von meiner inneren Einstellung abhängt; und es ist wechselhaft und kommt oft ganz anders daher als man glaubt - vor allem unerwartet. Deshalb muss man sich einen Sinn für das Glück erhalten.

Wann und wie bist Du zum orientalischen Tanz gekommen?
Mitte der 80er in Frankfurt. Ich habe immer gerne getanzt und auch beim Tanzen die Hüften geschwungen (der "Bump" in den 70ern!). Außerdem hatte ich einen Hang zu ethnischer Musik. Mit der orientalischen Musik war es Liebe auf den ersten Blick (bzw. die erste Kassette). Darüber hinaus liebte ich von Kindesbeinen an alles, was mit 1001 Nacht zu tun hatte.Als ich dann erfuhr, dass es in Frankfurt eine Reihe von Möglichkeiten gab, Bauchtanz zu lernen, machte ich mich auf die Suche. Nach einigen Umwegen landete ich bei meiner ersten Lehrein, Leyla/ Lilo Buyteart (heute L. von Hugo). Ich war sofort infiziert, hörte ab sofort nur noch orientalische, bald vor allem ägyptische Musik und übte wie verrückt. Ich hatte etwas gefunden, was mich glücklich machte... (s.o.: was bedeutet Glück für dich?)

Hast Du einen Künstlernamen und wenn ja, wie bist Du dazu gekommen?
Ursprünglich wollte ich gar keinen Künstlernamen haben, da mir mein Geburtsname gefiel. Die ersten zwei Jahre tanzte ich auch in etlichen Lokalen unter diesem Namen. Dann aber tauchte eine zweite Marina auf und es gab mehrere Verwechslungssituationen: sie kam irgendwo hin, aber man erwartete mich. Oder umgekehrt. Also beschloss ich, mir einen Künstlernamen zuzulegen. "DALAL" bekam ich von meinem damaligen Lehrer Sami Abdo, der mir mein Gefühl für den Balady vermittelte. Er fand, der Name passe zu mir. Ich fand und finde das auch.

Gibt es jemanden, der Dich besonders beeinflusst hat? Oder hattest Du ein
Schlüsselerlebnis, das Dich besonders geprägt hat?

Beeinflusst haben mich vor Allem drei Lehrer: Lilo, weil sie einfach eine scharfe Braut war und so gar nichts von der betulichen "wir - tanzen - nur - für -Frauen" - Fraktion hatte, in die ich bei einem Schnupperworkshop geraten war (dort war es verpönt, öffentlich - vor Männern! - aufzutreten oder jenseits von Selbsterfahrung einfach nur Spaß zu haben).
Dann Samy Abdo, weil ich durch ihn gelernt habe, die ägyptische Musik zu fühlen.
Und Gamal Seif, der meinen Horizont sowohl in Bezug aufs Tanzen als auch aufs Unterrichten um Welten erweitert hat.

 

Was sind Deine Aktivitäten in Sachen orientalischer Tanz?
Zur Zeit beschränke ich mich auf Unterricht (in Viersen, Mönchengladbach und Wuppertal) und gelegentliche Auftritte, plane aber wieder eine Show mit Yasmena aus Köln.

Wie würdest Du Deinen eigenen Tanzstil beschreiben?
Dem Balady gehört meine Liebe, und der Balady prägt absolut meinen Tanzstil. Er kann frech und ausgelassen sein, sinnlich oder verspielt, intro- oder extrovertiert , mit oder ohne den unterschiedlichsten Requisiten getanzt werden (ich tanze ihn zum Beispiel gern mit einem blumen- und kerzengeschmückten Tablett auf dem Kopf). Der Balady ist für mich die lebendigste Variante des orientalischen Tanzes.

Was hältst Du von Authentizität und Phantasie, von Tradition und Weiterentwicklung im o.T.?
Ohne Weiterentwicklung gibt es kein Leben. Eine Weiterentwicklung, die diese Bezeichnung auch verdient und als solche glaubhaft ist, kann meiner Meinung nach aber nur auf der Basis des Traditionellen, des "Alten", geschehen. Ich kann nur etwas weiterentwickeln, das ich beherrsche. Ist das nicht der Fall, ist das Ergebnis oft nur noch modische Attitüde, "gewollt und nicht gekonnt", bunt und laut, aber ohne Inhalt und Substanz. Und: ab einem bestimmten Zeitpunkt hat das Ergebnis nichts mehr mit orientalischem Tanz zu tun !! Ein "Bauchtanz"-kostüm allein macht eben noch keinen O-Tanz, genauso wenig wie eine Becken- oder Körperwelle (schließlich findet man alle Grundbewegungen des O-T u.a. im Modern Dance u.v.a. wieder).

Tanzt Du eher choreographiert oder lieber frei?
Ich bin eine Katastrophe in Choreografie. Zwar mache ich für meine Schülerinnen viele Choreografien, und ich liebe jede einzelne davon. Wenn ich sie aber an einem Stück (vor)tanzen soll, gibt´s was zu lachen. Es macht mich einfach nervös, ich kann mich nicht fallen lassen. Daher tanze ich meine Solos lieber frei.

Was ist Dir in Deinem Unterricht wichtig, was macht für Dich eine gute Lehrerin aus?
Qualität statt Quantität: Statt einer Choreografie hinterher zu hampeln sollen die Frauen in meinen Kursen lieber wenige Bewegungen schön und geschmeidig tanzen - der Musik folgen statt wie ein Computer die Schritte zu zählen (und dabei nicht zu bemerken, dass man völlig neben dem Takt tanzt).- Fließende Übergänge finde ich wichtig und lasse sie immer wieder üben, üben, üben. Die Schülerinnen sollen wissen, was sie machen. Sie sollen Bewegungen präzise erfassen und umsetzen. Und sich dabei möglichst gut spüren. Dafür kann ich mich im Unterricht in Technik und Bewegungsabläufe regelrecht festbeißen. Bei all dem versuche ich die Grenzen meiner Schülerinnen zu respektieren. Und ich versuche sie zum lachen zu bringen. Mit Humor lernt es sich nun einmal leichter.

Welchen Rat würdest Du einer Frau geben, die gerade anfängt zu tanzen?
Wenn sie den Rat annähme, würde ich ungefähr folgendes sagen :
- Lass dir Zeit. Viel Zeit. Nimm so viel Unterricht, wie Du kriegen kannst. Wechsle deine Lehrer, mach Workshops. Nach einer Weile weißt du, wo du ungefähr hin willst. Dann verfolge dein Ziel konsequent.
- Glaube nicht jedem Kompliment, lerne abzuwägen. Lass dich beraten, sei kritisch mit dir selbst und suche dir jemanden, dem du vertrauen kannst, eine Art Mentorin vielleicht.
- Mache dich nicht finanziell abhängig von Auftritten. (Und fang nicht zu früh damit an). Lass dich nicht von Restaurantbesitzern gegen deine Kolleginnen ausspielen (Viele versuchen das leider immer wieder). Versuche, Deine Aktivitäten in Bezug auf Einnahmen zu streuen.
- Wenn du irgendwann an den Punkt kommst, dass alles nur noch Routine ist, dann kehre zu Punkt I zurück. Behalte und pflege deine Liebe zum O.T. und der o. Musik.
- Es wird immer Krisen geben, immer wieder das Gefühl: ich kann gar nichts, ich komme nicht weiter, etc. Nimm sie erst einmal nicht tragisch. Ich habe das so oft erlebt, und erlebe es noch heute in Abständen wieder. Und hinter jeder dieser Krisen wartete etwas Neues auf mich: irgendeine Bewegung, von der ich glaubte, dass sie "nicht meine" sei, hatte sich plötzlich in meine Abläufe eingeschlichen. Oder eine andere Art von "Durchbruch" war geschehen. Krisen gehören zur Entwicklung.



Kontaktadresse:

Dalal

Bismarckstr. 70
50672 Köln

Tel.: (0177) 4202906


Homepage: www.dalal.de

Die Fotos sind von
- Roger Boesman
- André Elbing
- A. Sabri


 

 

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