Portrait der Bauchtänzerin Iskanda: Persönliches, künstlerischer Werdegang, Vorbilder und Aktivitäten sowie Kontaktadresse


Künstlername: Iskanda
Geburtsjahr:  als Erdzeichen im Jahre des Hahns
Sternzeichen: Widder
Beruf / Tätigkeit: Kunsthistorikerin/ Tänzerin und Dozentin für OT
Erzähl uns ein bisschen was von Dir privat... Aufgewachsen bin ich im Bergischen Land, als mittlere von drei Geschwistern in einer sehr lebhaften Familie. Ich bin verheiratet und Mutter eines Sohnes. Ich war immer ein Bewegungsmensch und meine Leidenschaften galten stets dem Sport/Tanzen und der Kunst, gepaart mit einem Hang zu Kreativität mit ein wenig musischer Begabung (und leider mathematischem Umvermögen). Zur Pianistin hätte mein Talent am Klavier nie gereicht, meine Gesangstimme ist ganz ok aber nur für einen Chor und als moderne Künstlerin wäre ich wohl zu wenig innovativ und zu konservativ gewesen. So wollte ich dann nach dem Abitur erst Gymnastikleherin werden, brach die Ausbildung jedoch ab und studierte in Bonn Kunstgeschichte. Diese fesselte mich auch jahrelang und ich übte nach meiner Magisterprüfung meinen Beruf einige Jahre aus. Meine angefangene Doktoarbeit verstaubt derzeit im Regal. Mein Hobby, das Tanzen, lies mich nie los! Während des Studiums unterrichtete ich beim Asta Sport der Uni Bonn Jazz-Tanz und inzwischen hat sich mein "Bauchtanzhobby" zur Profession ausgewachsen. Dreh und Angelpunkt in meinem Leben bleibt aber meine Familie. Sieh geht für mich vor und so müssen manche meiner Tanzbestrebungen hinten an stehen, wenn sie nicht optimal zu integrieren sind.
Was findest Du an Dir positiv? Mein Temperament, meine Kreativität und mein Organisationstalent. Ich bin ein treuer, zuverlässiger und hilfsbereiter Mensch.
Und was magst Du nicht an Dir? Wenn mein Temperament mit mir durchgeht. Ich nehme auch vieles zu genau bei positiver Planung, wie an negativen Äusserungen.
Worüber kannst Du Dich aufregen? Überheblichkeit, Mißgunst, Geiz, Menschen, die andere nur ausnutzen, Unzuverlässigkeit, Machtgier und etliches mehr.
Was bedeutet Glück für Dich, oder was macht Dich glücklich? Auf mich bezogen: ein harmonisches Familienleben, Freunde, Tanzen, Sonne, Gesundheit, finanziell abgesichert zu sein, Zufriedenheit. Übergreifend: Toleranz, Nächstenliebe, Frieden.

Wann und wie bist Du zum orientalischen Tanz gekommen?
Ganz unromantisch 1999 durch eine Anzeige in der Zeitung "Bauchtanz beim Roten Kreuz". Ich hatte nach einiger Zeit Tanzabstinzen einfach Sehnsucht, wieder zu tanzen. Für den Jazz-Tanz fand ich an meinem neuen Wohnort Krefeld keine Lehrerin/Gruppe, die mir zusagte und so dachte, ich probier doch mal Bauchtanz - und es lies mich nicht wieder los!

Hast Du einen Künstlernamen und wenn ja, wie bist Du dazu gekommen?
Meinen Künstlernamen Iskanda habe ich mir selber ausgesucht. Iskanda leitet sich ab vom persischen "Iskander" - in der Geschichte allgemein bekannt als Alexander der Große. Jener Alexander verfolgte mich schon im Studium reichlich und so wollte ich ursprünglich meinen Sohn Alexander nennen (aber es gab schon einen in der Familie). Da ich für eine Frau recht groß bin, fand ich dann die persische, weibliche Version im übertragenen Sinne für mich ganz passend. Zudem wünschte ich einen Namen, der allgemeine gut ausprechbar ist und nicht schon zu vergriffen war.

Gibt es jemanden, der Dich besonders beeinflusst hat? Oder hattest Du ein Schlüsselerlebnis, das Dich besonders geprägt hat?
Ich denke, ich habe von jedem/r Lehrer/in etwas mitnehmen können und ich sehe mir auch sehr gerne möglichst viele verschiedenen Tänzer/innen an (historische wie aktuelle). Aber sehr befreiend war für mich ein Gespräch mit Said el Amir, der mir riet, im Tanz erstmal ich selbst zu sein. Mich nicht von anderen ich Richtungen und Stile drängen zu lassen, die mir nicht liegen, oder die ich anders interpretieren möchte. Ich konnte erst wirklich befreit tanzen und meine Kreativität und mein Talent entfalten, nachdem ich mein damaliges Ensemble verlassen hatte.

Was bedeutet der orientalische Tanz für Dich?
Der Orientalische Tanz bereichert mein Leben sehr!
Er begeistert mich durch seine anspruchsvolle, dennoch der weiblichen Konstitution entgegenkommende Technik wie auch durch seine große künstlerische Vielfalt. Ich hoffe noch Jahrzehnte tanzen zu können! Ich liebe die die Vielfalt der Tanzrichtungen/ Accessoires und der Musik, die prächtigen Kostüme und wie einfach die große Individualität im Ausdruck. Der Orientalische Tanz hat mir auch zu einer größeren Akzeptanz meines eigenen Äusseren verholfen, denn zuvor hatten mir meine 1,75 m Körperlänge stets Schwierigkeiten bei meinen tänzerischen Ambitionen bereitet und nun kann ich sie als Solotänzerin positiv einsetzen.

Was sind Deine Aktivitäten in Sachen orientalischer Tanz?
Ich unterrichte mehrere Kurse privat und im Verein; gebe gelegentlich Workshops (wird mehr werden); organisiere Bühnenshows wie auch kleinere Benefizauftritte. Für 2007 schreibe ich nun mein erstes, ganz eigenes Tanzmärchen. Ich trete regelmäßig privat und gelegentlich im Restaurant auf und gerne auch bei größeren Showevents. Ansonsten entwerfe und nähe ich Kostüme für mich und andere.

Gibt es eine Tanzart, eine Musikrichtung, die Du besonders magst oder hast Du ein Lieblingsaccessoire im Tanz?
Gib mir Schleier in die Hand und ich schwebe davon oder gib mir etwas zu balancieren (Teller und Säbel bevorzugt) und ich hafte am Boden inklusive akrobatischen Elementen und Bodentanz. Als große Frau liebe ich es einfach, mich im Tanz mit Accessoires zu umgeben. Ab und an gehen aber bei fetzigen Liedern auch noch die "Pferde mit mir durch " und man erkennt meine "Jazzvergangenheit" bzw. auch das Turnkind in mir wieder.

Wie würdest Du Deinen eigenen Tanzstil beschreiben?
Mich selber zu beschreiben fällt mir immer schwer. Zu hören und zu lesen über mich und meinen Stil bekomme ich meist: elegant und ausdrucksvoll, grazil und anmutig. Ich tanze nicht typisch "ägyptisch" oder irgendwie "türkisch" werde aber doch aufgrund meines Äusseren und meines tänzerischen Ausdrucks oft für eine Orientalin gehalten.

Was hältst Du von Authentizität, Phantasie und Weiterentwicklung und Kreativität im orientalischen Tanz?
Jede Tanzrichtung sollte Ihre "Klassik"mit ihrer Authentizität bewahren - sei diese nun akademischer oder folkloristischer Art. Und es sollte auch Pflichtprogramm für jede Tänzerin sein, solches zu studieren, denn nur darauf fußen auch Weiterentwicklungen und Variationen. Ich selber bin gerne kreativ und Edvard Grieg verlockt mich ebenso zu Hüftakzenten, wie Oum Kalthoum. Keine Kunst kann nur verharren und nur in Wiederholungen schwelgen, insofern sind Fusionen, neue Ideen und Musiken im Tanz ebenso wichtig, wie die Klassik, inklusive der ursprünglichen Folklore. Und ich denke der Phantasie sind auch im orientalischen Tanz noch lange keine Grenzen gesetzt!

Was ist Dir in Deinem Unterricht wichtig? Was macht für Dich eine/n gute/n Lehrer/in aus?
Sehr wichtig ist mir eine korrekte Haltung und eine saubere Technik, ich sehe da auch ganz einfach die gesundheitlichen Aspekte als sehr wichtig an, da ich aus meiner Kunstturnzeit selber vorbelastet bin! Ausdruck und Freude am Tanz sollten auch stets in das Training einfliessen. Nicht nur die Frauen werden dadurch freier und fröhlicher sondern auch ihr Tanz viel schöner. Übungen für die Fußhaltung sowie richtiges Gehen und Drehen gehören in meinem Unterricht einfach dazu, was ich bei vielen Dozenten vermisse. Was bringen die tollsten Shimmies, wenn eine Tänzerin wie ein Trampel über die Bühne latscht! Mit einem fundierten Grundgerüst können Schülerinnen bei ihren Auftritten, bei Improvisation wie Choreographien sowie im Unterricht bei anderen Dozenten gut bestehen und fühlen sich wohl.

Was war das schönste oder amüsanteste Erlebnis Deiner bisherigen Laufbahn?
Ich wurde vor zwei Jahren in Köln von einer Italienerin engagiert, die meinen Auftritt einem jungen deutsch-tükischen Hochzeitspaar zur Festgestaltung schenkte. Diese wollten eigentlich partout keine Bauchtänzerin auf ihrem Fest haben, weil sie voller Vorurteile waren und aus der Türkei und von türkischen Festen leider nur schlechtes Gewackel kannten. Es war eine piekfeine Juppyveranstaltung und mir war vor Aufregung ganz schlecht, da mir diese Voreingenommenheit bekannt war. Um einen Kontrastpunkt zum gewohnten "Bauchtanz" zu setzen, habe ich mit spanisch-arabischem Tanz begonnen und hatte bereits nach dem halben Lied die ganze Gesellschaft für mich gewonnen. Mit dem zweiten Showblock schlug ich ebenfalls bombig ein und der Abend wurde für mich zum vollen Erfolg. Ich freute mich riesig, dass ich eine so große Gesellschaft von diesen Klischee Vorurteilen befreien konnte, dass a) Bauchtanz nur obszönes Gewackel ist und b) nur Orientalen das Talent zum Bauchtanz haben!

Was für Pläne hast Du für die Zukunft?
Lernen lernen lernen! Es gibt noch so viele Richtungen im OT, die ich vertiefen möchte. Ich will meine Qualifikation als Lehrerin ausbauen. Wenn meine nächste große Märchenshow über die Bühnen gegangen ist, werde ich mich auch mal aufraffen und mich für andere, überregionale Shows bewerben. Da ich ganz selbständig arbeite ohne etwa Studioanschluss, brauche ich die Herausforderung, eigene Bühnentänze zu choreographieren und eben für mich und an mir zu arbeiten und nicht nur als Lehrerin auf dem Level meiner Schüler zu verharren. Denn mein Hobby soll neben all den Mühen einer Lehrerin auch eines bleiben!

Dein Motto?
Sterne können wir nicht vom Himmel holen.
Augen, die leuchten wie Sterne, das können wir möglich machen.
(Meta Metz)

Kontaktadresse:


Iskanda

Oderstr. 3
47829 Krefeld

www.Iskanda.net

Email an Iskanda

Fotos: Janusch Cieminski

Iskanda ist ein beim Marken- und Patentamt
eingetragener Küsntlername Nr. 304 25 542

 

 

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