Portrait der Bauchtänzerin Lina (Leipzig): Persönliches, künstlerischer Werdegang, Vorbilder und Aktivitäten sowie Kontaktadresse


Künstlername: Lina
Geburtsjahr:  1984
Sternzeichen: Widder
Beruf / Tätigkeit: Studentin und Tänzerin
Erzähl uns ein bisschen was von Dir privat... Ich wohne zusammen mit meinem Freund, vier Piepmätzen und zahlreichen Fischen in einer gemütlichen Wohnung in dem für mich schönsten Viertel von Leipzig. Mein Freund ist einfach ein Schatz, da er mich in meiner tänzerischen Laufbahn immer unterstützt, mich zu jedem Auftritt begleitet, immer ein offenes Ohr hat und dadurch sogar selbst schon ein bisschen zum Tanzexperte geworden ist. Außerdem habe ich eine liebe Mutter, die auch orientalisch tanzt, eine liebe Schwester, die als Grafikerin und Musikerin ebenfalls künstlerisch tätig ist und einen lieben Papa, der leider ein eher problematischer Mensch ist, aber einen guten und kindlichen Kern hat.
Was findest Du an Dir positiv? Dass ich mich auf mich selbst verlassen kann und auch Dinge meistere, bei denen ich vorher denke, sie gehen schief. Außerdem bin ich ein äußerst tierlieber und spontaner Mensch, und ich glaube auch ein guter Zuhörer.
Und was magst Du nicht an Dir? Dass ich mir mit meiner extremen Selbstkritik und meiner perfektionistischen Ader oftmals selbst im Weg stehe. Außerdem fällt es mir sehr schwer, auf Menschen zuzugehen. In der Hinsicht wäre ich gern etwas offener.
Worüber kannst Du Dich aufregen? Verbissenheit, Starrköpfigkeit, Ungerechtigkeit, Mobbing, Tierquälerei, Dummheit
Was bedeutet Glück für Dich, oder was macht Dich glücklich? Glück sind Dinge oder Momente, die glücklich machen. Am glücklichsten ist der, der auch die kleinsten Dinge beachtet und sich an ihrer Schönheit erfreuen kann. Glück hat also auch viel mit innerer Einstellung zu tun. Ich bin glücklich, dass ich gesund bin, und wenn ich tanze und sehe, dass es das Publikum berührt, wenn ich gute Musik höre, wenn ich meine Wellensittiche beobachte und sehe, dass es ihnen bei uns gut geht, wenn ich mit lieben Menschen schöne Gespräche führen kann, Sommernächte machen glücklich und Schmetterlinge,... einfach Momente, in denen man inne hält und sagen kann "Ist das schön!".

Wann und wie bist Du zum orientalischen Tanz gekommen?
Ich habe schon als Kind geturnt und getanzt. Mit 12 Jahren habe ich dann in einem Türkeiurlaub eine orientalische Tänzerin gesehen und mir gesagt: "Das will ich auch können!". Von da an versuchte ich zuerst mit Hilfe von Büchern, orientalischen Tanz zu erlernen und entwickelte ein großes Interesse für die orientalische Welt, ihre Kultur und Religion. Ein Jahr später habe ich dann auf der Freizeit- und Caravaningmesse in Leipzig die Tänzerin Mila Kral kennen gelernt, bei der ich dann zusammen mit meiner Mutter fortan zum Tanzunterricht ging.

Hast Du einen Künstlernamen und wenn ja, wie bist Du dazu gekommen?
Mein Künstlername ist nach vielem Hin und Her (erst Sahira, dann Sahirani, dann Zuhal) endlich LINA geworden. Ich wollte etwas unkompliziertes, kurzes, was Deutsche wie Orientalen aussprechen und sich merken können. Außerdem musste es zu mir passen. Und ich finde, alles dies erfüllt der Name Lina.

Gibt es jemanden, der Dich besonders beeinflusst hat? Oder hattest Du ein Schlüsselerlebnis, das Dich besonders geprägt hat?
Natürlich war anfangs meine erste Lehrerin mein größtes Vorbild. Mit der Zeit löst man sich jedoch davon, versucht seinen eigenen Weg zu gehen und sich von überall her Anregungen und Impulse zu holen.

Was bedeutet der orientalische Tanz für Dich? Weiblichkeit, Eleganz, Traum, Kreativität, Glücksgefühle...einfach eine wundervolle Ausdrucksform des weiblichen Körpers die ich aus meinem Leben nicht mehr wegdenken kann.

Was sind Deine Aktivitäten in Sachen orientalischer Tanz? Ich trete hauptsächlich öffentlich auf, unterrichte aber auch einige Tanzgruppen unter dem Namen Ensemble Lina im Tanzclub Rot - Weiss und an der Universität Leipzig. Nach dem Studium möchte ich meine Unterrichtstätigkeit noch weiter ausbauen. Außerdem bin ich Mitglied der Showgruppe Nudjum al Lail, die sich im damaligen Zentrum für orientalische Tanzkunst und Kultur unter der Leitung von Mila Kral gründete. Seit kurzer Zeit organisiere ich mit einer Leipziger Kollegin Workshops mit Gastdozenten und das orientalische Showprojekt HAFLA.

Wie würdest Du Deinen eigenen Tanzstil beschreiben? Ich denke mein Stil ist einfach Lina-like mit Orientierung am ägyptischen Stil. Da ich sehr schlank und groß bin, hat mein Tanz etwas sehr weiches, elegantes und graziöses.

Glaubst Du, dass der Tanz Dich in Deiner persönlichen Entwicklung beeinflusst hat? Auf jeden Fall! Durch den Tanz habe ich nach einiger Zeit etwas mehr Frieden mit meinem Körper geschlossen und ein stark weibliches Körpergefühl aufgebaut. Außerdem glaube ich, dass der Tanz meine ganze Lebenseinstellung nach und nach positiv verändert hat, da ich durch ihn das Gefühl hatte und noch immer habe, eine Bestimmung gefunden zu haben.

Tanzt Du eher choreographiert oder lieber frei?
Beides. Das kommt auf die Situation an. Bei "normalen" Auftritten tanze ich so gut wie immer frei. Hier habe ich höchstens eine Art Gerüst, also einige markante Stellen im betreffenden Musikstück, die ich mir zuvor schon etwas zurechtgelegt habe. Auf größeren Bühnen habe ich dann schon gern etwas mehr Sicherheit und tanze zum Großteil Choreographie, da mir dann einfach die Publikumsnähe fehlt. Aber auch auf der Bühne lasse ich mir in jedem Musikstück noch ein paar Takte zur Improvisation.

Was hältst Du von Authentizität, Phantasie, Weiterentwicklung und Kreativität im orientalischen Tanz?
Ich bin der Meinung, das Weiterentwicklung und Kreativität zu jeder Tanzart gehören und sie bereichern. Trotzdem spielt Ursprung und Authentizität eine sehr wichtige Rolle, da man nur weiter entwickeln kann, was man bereits beherrscht. Außerdem bereichern Erneuerungen eine Tanzart nur, wenn die ursprüngliche Form dabei nicht verloren geht. Ich finde es also sehr wichtig, als Tänzerin ursprüngliche Formen und Hintergründe des eigenen Tanzes zu kennen.

Was ist Dir im Tanz wichtig (Technik, Gefühl, Ausstrahlung), was möchtest Du mit Deinem Tanz "rüberbringen"?
Technik, Gefühl und Ausstrahlung gehören im Tanz untrennbar zusammen. Ich lege großen Wert auf eine gute Technik, jedoch wird diese erst zum Tanz, wenn die Tänzerin in den Bewegungen aufblüht. Damit gewinnt die Tänzerin an Ausstrahlung. Ich denke, dass das Publikum sehr sensibel ist und merkt, wenn jemand "tanzt". Ich persönlich möchte genau das erreichen: ich möchte mit meinem Tanz berühren und dem Zuschauer Freude und einen Moment schenken, in dem er an nichts mehr anderes denkt als an Tanz.

Dein Motto? Man lernt nie aus!

Kontaktadresse:

Lina

Tel: (0341) 4205902

Mobil: (0160) 6662997

www.lina-dance.de

 

Fotos: Norman Schaar, Achim Sorge, Enrico Thau, André Elbing

 

 

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