Portrait der Bauchtänzerin Nefertari: Persönliches, künstlerischer Werdegang, Vorbilder und Aktivitäten sowie Kontaktadresse


Künstlername: NEFERTARI Habiba Masrea
(ich habe ihn beim Patentamt schützen lassen)
Geburtsjahr:  1960
Sternzeichen: Krebs
Beruf / Tätigkeit: Diplomsportlehrerin.
Ich bin seit 2 Jahren freiberuflich tätig. Ich habe ein mobiles Tanz + Sportstudio, tanze in unserer Showgruppe mit und unterrichte dort die Tänzerinnen und Tänzer. Wenn keine Auftritte sind, gebe ich Kurse in Step-Aerobic, Rückenschule, Babyschwimmen, Seniorensport, Kinderturnen, Bauchtanz, Jazz+Modern Dance, Latino.
Mobiles Studio heißt, wir fahren mit unserer Musikanlage und den notwendigen Sport- oder Tanzutensilien in die Orte, wo wir "gebraucht" werden. Ursprünglich wollten wir das Angebot nur jeweils über 12 Wochen aufrechterhalten, aber unsere Trainingsgruppen haben wir inzwischen seit einigen Jahren fest dabei.(Wir hatten damit schon angefangen, als ich noch angestellt war.) Meine große Tochter Ulrike unterrichtet inzwischen auch im Jazz und Modern Dance, ihr Freund gibt Kurse im vertanzten Hip-Hop. Unser Haupttrainingsort ist aber die Stadt Wittenberg und das Dorf, in dem wir leben.
Erzähl uns ein bisschen was von Dir privat... Ich habe schon immer gern getanzt, und "gesponnen", wie meine Mami immer sagte. Aber für´s klassische Ballett war meine Mami nicht zu haben, und für das Ziel mal im Fernsehballett zu tanzen war/bin ich eindeutig zu klein. Also ging ich zum Leistungsturnen. Nach dem Abitur, Sportstudium an der Deutschen Hochschule für Körperkultur und Sport in Leipzig, Abschluß als Diplomsportlehrer mit Spezialisierung Nachwuchsleistungssport Turnen.
Nach der Wende Spezialisierung auf kranke Menschen, ich wurde Rückenschullehrerin und Gesundheitssportlehrerin. Kurz, ich habe immer wieder neue Aspekte der menschlichen Bewegung kennengelernt, ich lerne auch jetzt noch ständig weiter, aber das Tanzen - ganz egal in welchem Stil- ist meiner Ansicht nach die heilsamste, natürlichste und schönste Form. Im Prinzip habe ich mein halbes Leben in Turnhallen und Tanzsälen zugebracht. Freiwillig !
Ich habe als Kind ganz heimlich davon geträumt auf einer Bühne zu stehen und so zu tanzen, daß alle davon verzaubert sind. Naja, oder wenigstens total begeistert hi,hi. Aber eigentlich war ich schüchtern, gehöre aber zu der Spezies, die bei Gefahr die Flucht nach vorn antritt! Daß mein Traum wahr werden könnte, hätte ich, als ich mich auf den Weg dorthin begab, nie geglaubt. Ich war doch schon viel zu alt dafür!!!
Ich habe drei wunderbare Kinder, sie sind bei allem Erfolg, den ich in meinem Leben schon hatte, das Beste was ich je angestellt habe. Meine große Tochter, sie ist fast 20 Jahre alt, bekam ich schon während meines Studiums. Sie war in jeder Vorlesung dabei, lag mit im Ballettsaal oder stand auf dem Sportplatz dabei. Ein Jahr später hatte ich mein Diplom in der Tasche und sie eine Schwester, die das gleiche Schicksal ereilte, denn ich war inzwischen geschieden und hatte eine Arbeitszeit, die teilweise außerhalb der Öffnungszeiten im Kindergarten lag. Aber sie waren bei mir, und es tat ihnen gut, und dann hat man ja noch Freunde. Ich wollte keinen Mann mehr, bekam aber doch noch einen. Zuerst einen kleinen, meinen Sohn, geliebt von allen... und zwei Jahre später endlich den großen, meinen Märchenprinzen.
Angesichts meines Hofstaates ein mutiger Mann. Das ist jetzt 12 Jahre her, mein Prinz ist mein Gemahl, und meine Kinder und deren Freunde und Freundinnen sind der feste Stamm unserer Tanzgruppe "Familien-Krach"
Was findest Du an Dir positiv? Ich habe eine positive Ausstrahlung - sagt man - und damit helfe ich vielen Menschen etwas glücklicher zu sein. Wenigstens für den Augenblick.
Ich bin ein bißchen verrückt,- und ich lasse mich nie unterkriegen. Das ist ok, denn das Leben ist schön!!!
Und was magst Du nicht an Dir? Ich kann schlecht "nein" sagen,übernehme manchmal Dinge, die mich unter Umständen zuviel Energie kosten, und dann hat es meist mein Mann auszubaden, denn er ist der einzigste Mensch auf der Welt, der mich dann noch auffangen kann. Allerdings behaupte ich bis zum Schluß, daß ich das auch allein geschafft hätte...
Worüber kannst Du Dich aufregen?

Über Leute, die scheinbar ihr Kindes- und Jugendalter aus dem Gedächtnis gestrichen haben und alles was jünger ist als sie selbst schikanieren und verunsichern.
Über notorische Meckerer
Über autoritätshörige Speichellecker
Über Dummköpfe mit Machtbefugnissen
Über sooooo vieles,-
Aber ein kluger Mann hat mal gesagt: Du mußt die Menschen "verbrauchen" wie sie sind. Ändern kannst Du sie nicht, das müssen sie ganz alleine tun.

Was bedeutet Glück für Dich, oder was macht Dich glücklich? Ich bin glücklich, weil ich mein Leben so gestalten kann, daß ich mir selbst nie untreu werden muß. Ich muß dafür ziemlich hart arbeiten,- aber auch das ist Glück
Meine Familie ist gesund und allen geht es gut – das ist Glück. Mit unserer Arbeit bringen wir den Leuten das Lachen, den Spaß und die Erholung – auch das ist Glück. Und das Glück ist nicht jeden Tag in vollem Glanz da - zum Glück- sonst wäre es ja nicht zum Aushalten, hi,hi.

Wie bist Du zum orientalischen Tanz gekommen?
Unser Dorf hat eine ziemlich aktiven Karnevalsverein. Als wir dorthin zogen, fragten sie uns gleich, ob wir, da wir so eine sportliche Familie wären,- ein kleines Programm mitgestalten könnten. Wir zeigten eine Akrobaten - Nummer nach orientalischen Klängen. Natürlich waren dort auch Bauchtanzbewegungen dabei,- aber das wußte ich nicht. Jedenfalls kam die Anfrage, ob ich im Sommer diesen Bauchtanz in einem anderen Dorf zeigen würde. Mein Mann sagte ohne mein Wissen zu und schenkte mir zum Geburtstag eine Reise in die Türkei (Mein erster Flug überhaupt!!!) .Wir kauften dort ein Bauchtanzkostüm und ich ließ mir die ersten Bewegungen zeigen. Ich ahnte, daß ich meinen Tanz gefunden hatte. Der Auftritt wurde ein richtiger Erfolg,- es waren ausgerechnet Türken dort zu Gast...aber ich nannte es nicht Bauchtanz,- den begann ich erst zu lernen.

Hast Du einen Künsterlnamen, und wenn ja, wie bist Du dazu gekommen?
Eigentlich wollte ich keinen Künstlernamen, aber man wird teilweise doch ziemlich einfallslos angesagt. Als wir im Februar diesen Jahres in Ägypten waren, und im April wieder, hatte ich die Gelegenheit, ein paar Mal dort in den Hotels zu tanzen. Die Ägypter sagten, ich solle mich Nefertari oder Nofretete nennen, weil ich so aussehen würde. Naja, und Nefertari ist es dann geworden. Habiba = Geliebte und Masrea = Ägypterin habe ich wie einen Nachnamen darangehängt. Man kann es auch so lesen, Nefertari, die geliebte Ägypterin. Und das war sie ja.

Gibt es jemanden, der Dich besonders beeinflusst hat? Oder hattest Du ein Schlüsselerlebnis, das Dich besonders geprägt hat?
Jemand nicht, aber etwas. Nämlich die Tatsache, daß die orientalische Musik so ganz direkt in meinen Kopf und Bauch gedrungen ist und etwas hervorgeholt hat, von dem ich nichts wußte. Mein Mann hat das wohl eher bemerkt als ich. Aber als er mir damals sagte, ich müsse im Sommer tanzen ,wollte ich ihn schlachten... (Spass)
Ich habe mir dann erst alle mögliche Infos über Bauchtanz besorgt, Bücher,Videos, aber Lehrerinnen gab es hier keine, also brachte ich es mir selbst bei. Bei Mustafa in Dessau habe ich streckenweise jedes Wochenende getanzt, und es waren viele, die extra meinetwegen hinkamen, das hat mir Mut gemacht. Ich hatte dort gute Bedingungen, genügend Platz und sehr viele orientalische Gäste, dafür bin ich heute noch dankbar.
Dazu kommt, daß mich mein Mann von Anfang an ins richtige Licht gerückt hat.Ich tanze nie ohne Licht, mein Mann ist der Beleuchter, wir setzten jeden Auftritt aufwendig in Szene. So verzaubern wir die Leute.

Was sind Deine Aktivitäten in Sachen orientalischer Tanz?
Abgesehen davon, daß ich sehr viele Auftritte habe, allein aber auch genausooft im Rahmen unserer Shows, unterrichte ich seit ein paar Jahren Erwachsene und Jugendliche. Nachdem wir im September diesen Jahres unseren ägyptischen Freund nach Wittenberg geholt hatten und wir mit ihm 12 Veranstaltungen zum Thema Orient, Islam, ägyptische Kultur und natürlich Bauchtanz durchgeführt hatten, boomt der Bauchtanz noch mehr. Jetzt kommen auch die Teenies! Eine Freundin von mir schreibt ihre Diplomarbeit zum Thema Bauchtanz als Therapieform, wir haben an alle meine Frauen und Mädchen ihre Fragebögen verteilt, die Resonanz ist ausgesprochen positiv. Wenn mein übliches Rückenschulprogramm nicht mehr genügt, kommen viele dieser Frauen in die Bauchtanzkurse. Es sind Trainingskurse für ihre Muskeln, es tut ihnen gut. Aber das Allerwichtigste, es macht Spaß!!!

Was ist Dir im Tanz wichtig (Technik, Gefühl, Ausstrahlung), was möchtest Du mit Deinem Tanz "rüberbringen"?
Zunächst will ich die Menschen verzaubern, wenn ich auftrete, sollen sie mit mir in meine Welt eintauchen, den Alltag vergessen, nur genießen. Deshalb das Licht, die Dramaturgie, die Düfte , die Musik, das aufwendige Kostüm. Da die Techniken für einen Nichttänzer faszinierend sind, wie macht die das, zeige ich, was ich kann. Aber dann trete ich weg, nämlich hinein in die Musik, dann tanzt mich die Musik, und was ich fühle, fühlt auch der Zuschauer, oder der, der mittanzt. Ich spiele, ich treibe Schabernack, ich tanze, Freistil. Oft entdecke ich während eines Auftritts, daß ich eine Bewegung getanzt habe, die ich eigentlich noch gar nicht kann. Aber da konnte ich sie. Darauf kommt es aber weniger an, denn das Gefühl, das kann man nicht trainieren, das muß live sein.
Meine Tänze enthalten fast immer Kautschuk-Teile, die orientalische Musik bietet sich dafür geradezu an, und jeder Auftritt hat einen Teil, wo mein Temperament mit mir durchgegen darf, trotzdem mische ich nicht regellos alles durcheinander. Es ist immer orientalischer Tanz, manchmal traditionell, manchmal modern. Neue, tolle Ideen kommen mir immer dann, wenn ich sie gaaaanz dringend brauche.

Glaubst Du, dass orientalischer Tanz und Erotik zusammengehören?
Sicher versteht jeder etwas anderes unter Erotik. Aber wenn der Bauchtanz nicht erotisch ist, welcher Tanz ist es dann? Ich habe mal, ohne es vorher zu wissen, nach einer viel jüngeren und sehr gut aussehenden Stripperin getanzt. Danach sind überdurchschnittlich viele Männer und auch Frauen zu mir nach hinten gekommen und haben mir gesagt, daß der Bauchtanz um ein Vielfaches erotischer und ästhetischer war als der Strip.
Erotik hat ja auch etwas mit Nichtsehen, nur fühlen, sanft genießen zu tun. Ich sehe oft in den Augen der Frauen, die zusehen, daß es einfach nur schön ist, und irgendwie werden beim orientalischen Tanz alle Frauen im Raum in die Schönheit dieses Tanzes einbegriffen. Auch oder gerade für ihre Männer, die dabeisitzen.
Wenn man weg geht vom Auftritt, die Frauen in meinen Kursen werden alle schöner, sobald sie sich eingetanzt haben und lockerer werden. Auch das ist Erotik, denn man kann ja nur eine erotische Ausstrahlung haben, wenn man sich selbst gut fühlt.
Das ist übrigens das Hauptziel in meinen Kursen. Die Frauen sollen sich gut fühlen, sich selbst besser leiden können, und die Bauchtanztechniken erlernen, damit sich das Muskelgewebe festigt und die Körperhaltung verbessert. Viele nehmen nach einer gewissen Zeit dabei ab, unfreiwillig. Ich eingeschlossen. Schöner Nebeneffekt.

Was ist Dir in Deinem Unterricht wichtig, was macht für Dich eine gute Lehrerin aus?
Sie ist fachlich auf dem Laufenden, sie arbeitet methodisch gut - damit jede Schülerin Erfolgserlebnisse hat- sie gibt Hilfe zur Entwicklung der eigenen Fertigkeiten, sie holt aus dir heraus, was in dir steckt, und du machst dann das Beste daraus. Und das alles mit Spaß und Wärme.

Wie bringst Du Deine Aktivitäten unter einen Hut?
Gute Frage, weiß ich auch nicht so genau, aber irgendwie klappt`s immer.

Dein Motto?
Den Glauben an Dich selbst laß Dir von niemand rauben, wenn Du Dir selbst nicht traust, wird keiner auf Dich bauen.


Kontaktadresse:

Nefertari

Carola Meissner, Otto-Mucke-Str.15
06888 Abtsdorf (bei Lutherstadt Wittenberg)

Tel. (0443491) 414023, Mobil (0174) 2510325
Fax (03491) 414023

Email: Showteam-Familienkrach@gmx.de
Homepage:
http://www.familienkrach.de/nefertari


 

 

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