Portrait der Bauchtänzerin Saliha el-Dine: Persönliches, künstlerischer Werdegang, Vorbilder und Aktivitäten sowie Kontaktadresse


Künstlername: Saliha El-Dine
Geburtsjahr:  1958
Sternzeichen: Skorpion, Aszendent Jungfrau
Beruf / Tätigkeit: Zahntechnikerin, Tanzlehrerin mit umfassender Weiterbildung in Tanztherapie.
Erzähl uns ein bisschen was von Dir privat... Schon als Kind hatte ich den Wunsch Tänzerin zu werden, wurde aber von meinem Elternhaus als „brotlose Kunst“ abgetan. So begnügte ich mich mit türkischer Radiomusik (damals noch mit sehr schlechtem Empfang, zum Entsetzen meines Vaters) und mit indischen Tempeltanzszenen.
Jahrelang arbeitete ich als Zahntechnikerin und erstellte individuelle Keramikkronen und bereiste hobbymäßig viele Erdteile, teilweise mehrere Monate lang, um dort mit den Menschen nicht nur als Touristin zu leben, sondern deren Alltag mitzuerleben.
Seit 1987 bin ich verheiratet und habe zwei Kinder, die auch gerne mitreisen, wir sind schon zig-tausend Kilometer mit dem Motorradgespann zusammen unterwegs gewesen.
Was findest Du an Dir positiv? Frohsinn und positives Denken, Toleranz und Respekt vor anderen Meinungen. Meine Begeisterungsfähigkeit und viele neue Ideen.
Und was magst Du nicht an Dir? meine Ungeduld mir gegenüber, ich möchte mich in vielen Bereichen gleich gut auskennen, habe einen starken Hang zum Perfektionismus und überfordere mich dadurch.
Worüber kannst Du Dich aufregen? Mobbing, Unehrlichkeit und Schlamperei.
Was bedeutet Glück für Dich, oder was macht Dich glücklich? Glück bedeutet für mich – eins mit mir sein.
Glücklichsein entsteht für mich durch sehr viel: Familie, Freunde, Tanzen, Musik, interessante Menschen, ein gutes Buch, eine schöne Landschaft, gute Gespräche, liebe Menschen in meiner Umgebung, eine Umarmung meiner Kinder, die weiche Hasenschnauze unseres Zwergkaninchens.

Wann und wie bist du zum orientalischen Tanz gekommen?
Da mich der indische Tempeltanz und die Kostüme schon als Kind begeisterten, sah ich auf einer Univeranstaltung 1985 das erste Mal eine orientalische Tänzerin, die mich so fasziniert hat mit ihrer weiblichen und erotischen Ausstrahlung, dass ich daraufhin den Entschluss fasste, den orientalischen Tanz zu lernen. So begann ich 1986 den Unterricht bei ihr und nahm jahrelang bei den verschiedensten Lehrern Unterricht in laufenden Kursen, sowie WS und Tanzwochen. Hassan Khalil, Reza, Feyrouz, Gamal und Khaled Seif, Mona Suha und Sharazad, nur um einige zu nennen, haben mich und meine Arbeit geprägt.

Hast Du einen Künstlernamen und wenn ja, wie bist Du dazu gekommen?
Saliha EL-Dine, meistens nenne ich mich nur Saliha. Ein syrischer Freund hat ihn für mich ausgesucht, nachdem ich immer wieder bei Auftritten nach einem Künstlernamen gefragt wurde.

Gibt es jemanden, der Dich besonders beeinflußt hat? Oder hattest Du ein Schlüsselerlebnis, das Dich besonders geprägt hat?
Mein allererster Auftritt innerhalb einer 5-köpfigen- Folkloregruppe im 6. Schwangerschaftsmonat mit großer, runder Kugel im weiten Kleid.
Ein Feuerschlucker wünschte sich zu seinem Geburtstag einen Tanz mit seiner 40 kg schweren Python, sie hieß Karl-Heinz. Durch ihn kam ich sehr schnell auf die Bühne.

Was bedeutet der orientalische Tanz für Dich?

Ohne könnte ich nicht sein.

Was sind deine Aktivitäten in Sachen orientalischer Tanz?
Kurse, Workshops, Reisen, Auftritte…
Wir studieren zurzeit Choreografien für ein orientalisches Tanzmärchen ein.
Im Frühjahr und Herbst biete ich individuelle Tanzreisen an(dieses Jahr ist die Wüste unser Thema). Meistens unterrichte ich eine Choreografie, Körperarbeit und Selbsterfahrung. Land, Leute und Kultur kommen dabei auch nicht zu kurz.

Was magst Du am orientalischen Tanz besonders?
Er ist so abwechslungsreich mit seinen unterschiedlichen Stilrichtungen und die Vielseitigkeit, die dieser Tanz uns bietet, mal kämpferisch und kraftvoll mit Schwert, sanft mit Schleier, frech im Zigeunertanz usw., in die entsprechenden Rollen zu schlüpfen und sie auszuleben.
Die isolierten Bewegungen und der Wechsel zwischen kraftvoller Power und sanfter Poesie.

Wie würdest du deinen eigenen Tanzstil beschreiben?
Mein Tanzstil wurde durch den Unterricht vieler verschiedener Lehrer/innen beeinflusst, die Basis ist der ägyptische Stil.
Abwechslungsreich muss es für mich sein. Deshalb gefällt mir eine traditionelle Folklore genauso gut, wie ein Doppelschleier auf Fantasymusik. Es soll ästhetisch aussehen, die Musik zum Tanz und dem Kostüm und entsprechenden Accessoires passen.

Glaubst Du, dass der Tanz Dich in Deiner persönlichen Entwicklung beeinflusst hat?
Auf alle Fälle. Dieser Tanz konnte mich mit meiner Weiblichkeit versöhnen. Mein Selbstbild und Körperbewusstsein hat sich verändert und die Neugierde war geweckt, mehr über die physischen, sowie psychischen Veränderungen zu erfahren.

Glaubst du, dass orientalischer Tanz und Erotik zusammen gehören?
Tanz und Erotik gehören zusammen. Was ist erotischer als ein schön gebogener Körper in einem ästhetischen Tanz, egal welcher Stilrichtung er angehört. Der Mensch als „Kunstobjekt“ in seiner Darstellung. Die große Angst davor, billig oder ordinär zu wirken, ist nicht unbegründet. Wie oft sieht man leider schlechte Darstellungen und ich finde es ist sehr wichtig, selbstkritisch zu sein und sich eine/n gute/n Lehrer/in an seiner Seite zu suchen.

Tanzt du eher choreographiert oder lieber frei?
Eine Choreographie bietet Sicherheit und einen Rahmen, schränkt mitunter auch ein. Am liebsten kombiniere ich, behalte mir bestimmte Stücke vor, frei zu tanzen.
Der orientalische Tanz entwickelt sich je nach Einflüssen und Lehrer/innen immer weiter, vermischt und verbindet sich mit anderen Stilrichtungen, dabei kommen oft, nicht immer, sehr interessante Sachen heraus. Aber nur durch ausprobieren, entwickelt sich neues.

Was ist dir in deinem Unterricht wichtig?
Für mich ist wichtig, den Unterricht vielseitig und abwechslungsreich zu gestalten. Unterschiedliche Elemente, auch schon beim Aufwärmen, aus meiner tanztherapeutischen Weiterbildung mit einzubringen. Das genaue „Aufschlüsseln“ der einzelnen orientalischen Bewegungseinheiten in Verbindung mit dem Ausdruck. Das braucht eine angenehme Atmosphäre ohne Neid und Konkurrenz, um frei und ungezwungen tanzen und ausprobieren zu können.Mir ist die Gesunderhaltung des Körpers sehr wichtig, Rücken- und Bauchmuskeltraining gehören für mich genauso zum Training wie eine gute Entspannung.

Was wünschst du dir für den orientalischen Tanz in Deutschland?
Ich wünsche mir - wie viele von uns, noch mehr Akzeptanz für den orientalischen Tanz, und mehr Respekt vor dem Können der Tänzerinnen, die ihn als kreatives Ausdrucksmittel vortanzen und Jahre des Übens damit verbracht haben. Weiterhin wünsche ich mir, einen sorgsamen, selbstkritischen Umgang mit Präsentationen von schnell erlernten Choreografien.

Dein Motto?
„Gehe der Sonne entgegen,
so lässt du den Schatten hinter dir.“


Kontaktadresse:

Saliha

Andrea Klein
Weidaer Str. 30
75365 Calw

Tel.: 07051-953388
Mobil: 0162-5118844

Mail: info@saliha.de
Internet: www.saliha.de


 

 

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