Portrait der Bauchtänzerin Sara: Persönliches, künstlerischer Werdegang, Vorbilder und Aktivitäten sowie Kontaktadresse




Künstlername: Sara
Geburtsjahr:  1962
Sternzeichen: Zwilling
Beruf / Tätigkeit: Tänzerin & Tanzpädagogin
Was findest Du an Dir positiv? Dass ich ein optimistischer und offener Mensch bin – ich versuche immer das Gute in meinen Mitmenschen zu sehen und bin eigentlich dabei nur ganz selten auf die Nase gefallen.
Und was magst Du nicht an Dir?

Dass ich zu viele Ansprüche an mich selbst habe – ich glaube manchmal das ich „Superfrau“ darstellen muss – aber das ist quatsch, ich wäre bestimmt glücklicher, wenn ich ein bisschen reduzieren wurde – aber auf der anderen Seite, das will/kann ich auch nicht.
Dass ich nicht locker lassen kann bis ein Tanz / eine Choreographie – sei es bei mir selbst oder meinen „Mädels“ -  zur meiner Zufriedenheit ist......Zwilling halt eben!
Und dass ich Zuhause eine „lasse faire“ Einstellung habe, es fehlt mir Zeit & Lust dafür – andere Sachen haben bei mir halt Priorität:  Familie, Tanzen......gibt es überhaupt noch was anderes? *grins* 

Worüber kannst Du Dich aufregen?

Rassismus & Intoleranz – egal wo & wie!!!!
.... Unfreundlichkeit Kindern gegenüber in Spielwarengeschäften – wozu sind die Geschäfte denn da – für Erwachsene?
....über sogenannte „Nachbar Kolleginnen“ die Workshops oder Tanzausflüge auf Showtermine legen (obwohl sie es vorher doch gewusst hat – aber tut so als doch nicht!)
.... dass in den Sommerferien endlich mal schönes Wetter ist und ich habe die Grippe!!

Was bedeutet Glück für Dich, oder was macht Dich glücklich?

Glück ist für mich das Gefühl, das ich habe jedes mal habe, wenn ich meine Kinder in meinen Armen halte. Ich bin so froh, dass ich gesunde und lebenslustige Kinder habe.
...... mein Mann macht mich glücklich, er ist jemand der Spaß hat am Geben im Leben, und er gibt alles für seine Familie.
.... es macht mich glücklich wenn mein Ensemble (egal welches) auf der Bühne steht, es wird geklatscht & gejubelt, da denke ich immer wieder – „...dafür machst Du es alles ...“, die Freude, die die Frauen haben, überträgt sich in alle Richtungen – auch in meine.
...... Glück ist für mich auch, im Libanon zu sein; sei es in den Bergen oder mit Familien beim frisches Fisch essen abends am Strand von Batroun.
...... Glück bedeutet für mich - was andere Leute als Arbeit betrachten – mein Beruf!


Wann und wie bist Du zum orientalischen Tanz gekommen?
1986 habe ich Shahrazad in „Santorini“, einem arabisches Restaurant in Bonn gesehen, ich habe mich gewundert das „so was“ (damals war ich frisch von der Insel!) auch ästhetisch & trotzdem temperamentvoll sein kann. Ich habe gedacht – wie vielen andere an diesen Abend – sie ist wie ein Traum! Ich habe in diesen Restaurant danach gearbeitet und Shahrazad öfters dort tanzen gesehen.  Eines Abends kam dann noch eine andere Tänzerin dazu, Farida aus Amerika.  Ich war dann soweit, das ich diesen Tanzstil unbedingt  lernen wollte.  Meine Mutter hat damals Standardtanz unterricht  und immer mit mir geschimpft, das ich meine Hüfte nicht soviel bewegen soll - bei diesem Tanz durfte ich das! Shahrazad unterrichtete in Köln – ich hatte keinen Führerschein - und Farida in Bonn, also fing ich bei Farida meinen erste o.T Unterricht an – ich habe es NIE bereut!

Hast Du einen Künstlernamen und wenn ja, wie bist Du dazu gekommen?
Meine richtiger Name ist Aundrea, in Deutschland haben die Leute es aber „Andrea“ ausgesprochen.  Mein Mann, die ich in einem Restaurant in Bonn kennen gelernt habe (es hat jetzt leider zu!!!!) nannte mich „Andy“ weil es dort schon zwei andere Andreas gab!
Also „Andy“ war nicht der geeignete Name für meinen ersten Auftritt!! Da half mir mein Mann wieder und taufte mich „Sara“. Es ist einer seiner Lieblingsnamen, und ich kannte auch keine mit diesem Namen, außerdem ist es auch einfach für jeden auszusprechen – mehr Gründe brauchte ich nicht!!

Gibt es jemanden, der Dich besonders beeinflusst hat? Oder hattest Du ein Schlüsselerlebnis, das Dich besonders geprägt hat?
Das Tanzstil im Libanon hat mich besonders beeinflusst.  Ich hatte bis dahin geglaubt, das der ägyptische Tanzstil der einzige „Raqs Sharqi“ wäre, den es gibt.  Bei der „Garzouzi Academy“ und „Alissa Caracalla Dance School” in Beirut lernte ich was anderes kennen!  Amani vertritt diesen Stil, eine Mischung von Nadia Gamal, Caracalla, Modern Dance & Amani’s eigenem „Tanz-Gewürz“. 

Was sind Deine Aktivitäten in Sachen orientalischer Tanz?
Seit Mai letzten Jahres habe ich einen Traum erfüllt – oder besser gesagt mein Mann hat ihn für mich erfüllt! -  und habe meine eigenen Räume in Hürth eröffnet.  „Sara’s Atelier“ besteht aus einem Tanzstudio und einem kleinen Basar, viel Herz und Seele!!
Ich unterrichte ab August wieder, 18 laufende Kurse, von Anfänger bis zum Auftrittsgruppe.  Workshops halte ich bundesweit ab, auch beim Bundesverband für o.T, bei der „Orienta“ und beim „Orient Magazin Festival
Im November dieses Jahr werde ich zum ersten mal bei Josephine Wise auf der englischen O.T-Messe „Fantasia“ unterrichten und in der Abendgala als Gasttänzerin auftreten.
Nächstes Jahr im Mai kommt eine Tanzreise nach Ägypten dazu.
Ich veranstalte jedes Jahr im März, im Zusammenarbeit mit der Kulturamt Brühl eine Show „Orient in Brühl“ wobei meine Auftrittsensemble „Amal“, „El Waled“, & „Orienteenies“ sowie Gasttänzerinnen mitwirken.
Zur Zeit arbeite ich auf meine Show im Oktober zu.  Meine Ensemble „The Performance Company“, entstanden aus ca. 40 Tänzerinnen aus NRW, zeigen im Rahmen meines Projektes „Orient on Stage“,  am 27. & 28. Oktober im Erftkreis 14 Folklore Tänze auf die Bühne.

Glaubst Du, dass der Tanz Dich in Deiner persönlichen Entwicklung beeinflusst hat?
Auf jeden Fall!!!
Es liegt nicht viel zwischen meinem privaten und beruflichen Leben. Da mein Mann aus dem Orient kommt, wird zuhause, auch ohne mein Zutun, Musik aus dem Libanon gespielt.  Das ich die Möglichkeit gehabt habe, mein Hobby und meine Liebe zu verbinden - na ja, nicht viele Leute haben das Glück!!
Ich glaube, durch den Tanz und die dazugehörigen Auseinandersetzung mit den kulturellen Hintergründen habe ich mehr Toleranz, Verständnis und vor allem Zuneigung für Leute aus anderen Ländern entwickelt.
Der Tanz hat auch meinen Sinn für meinen Körper geschärft, mich im Spiegel kritisch zu beobachten, meine Schwäche anzuerkennen und ihn trotzdem zu aktzeptieren!
Es ist wie beim Kinder zu haben, es ist mit viel Arbeit und Spaß verbunden, kostet manchmal viel Geld und Geduld, aber ich könnte meinen Leben ohne nicht vorstellen!

Tanzt Du eher choreographiert oder lieber frei?
Ich kann keine Choreographie von jemand anderem tanzen, es ist nicht „mein Stil“. Ich finde es gut, auf einer großen Bühne ein „Gerüst“ zu haben, aber ich habe nie eine festgelegte Choreographie.  Ich suche die Musik aus, höre immer wieder das Stück und habe meine „Säulen“ in meinem Tanz. Das lässt mir genug Freiraum für meine natürliche Nuancen, aber gibt mir genug Sicherheit, dass ich die Musik – auch wenn ich schlecht drauf bin z.B .krank – entsprechend interpretieren und umsetzten kann. Aber ich choreographiere gerne für andere, seit September 2000 auch viel, für Ensemble, Soli oder auch Duett, ich freue mich wenn ich auch das Resultat auf die Bühne sehe!

Was ist Dir in Deinem Unterricht wichtig, was macht für Dich eine gute Lehrerin aus?
In meinem Unterricht versuche ich auf die Wünsche von meinen Teilnehmerinnen einzugehen, auch wenn das bedeutet, dass ich vom eigentlichen Unterrichtsinhalt abweichen muss. Ich habe viele Kurse, deswegen ist es noch wichtiger vorbereitet zu sein. Am Semesteranfang mache ich mein Konzept für die kommenden Semester fertig, danach richte ich mich. So habe ich für jeden Kurs einen Überblick und die Teilnehmerinnen auch.  Jede „Schülerin“ hat Anspruch auf eine fachgerecht strukturierte und pädagogisch gut aufgebaute Stunde. Leider musste ich immer wieder feststellen, das dies nicht immer der Fall ist.  Es wird sehr oft in Kursen für Feste (natürlich zu Gunsten der Lehrerin!) Choreographien erarbeitet. Das ist alles toll und gut, die Teilnehmerinnen bekommen die Möglichkeit, das zu zeigen, was Sie im Unterricht gelernt haben – aber was ist mit dem Basis Training, Rhythmenkunde, Folklore, Stilrichtungen, Zimbeln, nicht zu schweigen von das Förderung das eigene Stilentwicklung??
Auch bei Teilnehmerinnen höre ich ab und zu den Satz -  „.... ich unterrichte ja nur die Anfänger..“ -  hat aber nicht jede Frau ein Recht auf ein fundierte und gut ausgebildete Lehrerin – vielleicht nicht jemand der vor gerade achtzehn Monate selbst mit tanzen angefangen hat?  In anderen Tanzformen wird das auch nicht akzeptiert, warum beim o.T?

Was war das schönste oder amüsanteste Erlebnis Deiner bisherigen Laufbahn?
Es gibt so viele verschiedene „schöne Momente“.
Einer war, als meine Tochter für mich einen Stocktanz zum Muttertag als Überraschung vorführte.  Da konnte ich verstehen, warum meine Mutter geweint hat, als sie mich zum ersten mal tanzen sah.
Das Amüsanteste war vor kurzem, die Kinder Ensemble hatten ihren Auftritt und allen waren aufgeregt. Da kamen sie auf die Bühne, schicke frisch genähte Kostüme, Haare glänzend und Ringel Söckchen noch an – solche Momente vergisst man auch nicht so schnell! 
Das erstemal zusammen mit Hamid Baroudi & seinem Orchester in Bonn zu tanzen war auch ein Moment, den ich nie vergessen werde - das Gefühl mit live Musik zu tanzen, das orientalische Publikum, es war, wie ich es mir erträumt habe........

Dein Motto?
Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum!

 



Kontaktadresse:

„Sara“
Davis-Abou Farhat
Platz Strasse 31
50354 Hürth

Tel: (0177) 60 30 436
Fax. (02233) 16260


Internet: www.SarasAtelier.de

Fotos:
(1) Georg Niedrich, (3) Manuela Aleth, (4) Andre Elbing

 

 

 

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Portrait der Künstlerin Sara Abou Farhat, Tänzerin und Lehrerin für orientalischen Tanz / Bauchtanz in HürthWerdegang, Hintergrund, Erfahrungen, Vorbilder, Privates, Aktivitäten in Sachen Bauchtanz. Eigenes Studio (Saras Aterlier) sowie Bazar für Bauchtanzkostüme und Zubehör.