Wer
kennt es nicht, das Gefühl, sich auf der Bühne oder beim Auftritt
in jemand anderen zu verwandeln? Hier fühlen wir uns nicht wie
alltägliche Wesen, sondern tauchen ein in eine andere Welt voll
Glitzer und Glamour. Doch nicht nur die Tänzerin, sondern auch
das Publikum möchte ein Stück weit in eine Welt der Illusionen
versetzt werden, hat es doch oft ganz bestimmte Vorstellungen,
wie eine orientalische Tänzerin aussehen soll. Neben Typ und
Aussehen sind hier auch die Haare ein ganz wichtiger Punkt,
denn lange, schöne Haare gehören nun mal unweigerlich zum "Klischee"
der orientalischen Tänzerin dazu.
Doch
was tun, wenn uns die Natur nun mal leider statt mit der voluminösen
Löwenmähne mit feinen, glatten Haaren ausgestattet hat? Oder
unsere Haare nun mal partout nicht länger werden wollen, obwohl
wir sie schon jahrelang züchten? Hier bieten Perücken und Haarteile
die ideale Lösung.
Um
gleich ein weitverbreitetes Vorurteil vorweg zu nehmen: Perücken
und Haarteile, die man von weitem erkennt, sind schlechte Modelle,
falsch geschnitten und frisiert oder einfach abgenutzt. Die
Qualität der heute angebotenen Modelle ist so hochwertig, daß
man sowohl bei Echt- wie auch bei Kunsthaar schon genauer schauen
muss, um zu sehen, daß es sich um ein Haarteil oder eine Perücke
handelt. Für mich persönlich war es das schönste Kompliment,
als ich für die Hochzeitsfeier meiner Friseurin engagiert war
und sie später abends nach der Show meinte: "Ja, jetzt
wo sie es sagen, fällt mir erst auf, dass ihre Haare ja viel
länger sind. Ich habe die ganze Zeit überlegt, was im Salon
sonst anders ist!"
Gründe,
auf ein Haarteil oder eine Perücke zurückzugreifen, gibt es
viele: Sei es, dass die eigenen Haare einfach zu kurz sind -
weil sie noch nicht lang genug gewachsen sind oder der praktische
Kurzhaarschnitt im Alltag einfach praktischer ist und besser
zu uns passt. Aber auch Frauen, die zwar recht lange, aber dünne
Haare haben, können auf diesem Weg endlich ihren Traum von der
verführerischen Mähne verwirklichen. Denn gerade bei feinem
Haar ist auch das beste Styling oft umsonst: Denn kaum tanzt
man 10 Minuten und beginnt zu schwitzen, klatscht oft die ganze
Mähne wieder zusammen. Mal ganz davon abgesehen, dass das ständige
fönen, aufdrehen, toupieren und sprayen den Haaren nicht gerade
zuträglich ist. Manche Frauen schätzen aber auch einfach den
Verwandlungseffekt durch ein Haarteil oder eine Perücke: Eben
noch unscheinbare Maus, jetzt schon verführerischer Vamp. Und
das Ganze äußerst pflegeleicht und zeitsparend, denn das Aufsetzen
einer Perücke oder eines Haarteils geht oft weit flotter, als
die eigenen Haare zu stylen (auch ein Vorteil bei kurzfristigen
Auftritten).
Die
Frage, ob nun Echthaar oder Kunsthaar besser ist, kann man sicher
nicht generell beantworten. Beide Materialien haben ihre speziellen
Vorteile und auch Nachteile, so das man überlegen sollte, welche
Punkte einem selbst wichtig sein bzw. auf welche Merkmale man
besonders Wert legt. Hier einige Punkte, die man bedenken sollte:
Meiner Meinung nach das wichtigste Kriterium: Du mußt Dich mit
Deiner Perücke bzw. Deinem Haarteil wohl fühlen! Damit das der
Fall ist, sollte das Modell in Haarfülle und Haarvolumen zu
Deiner Körpergröße passen. Falls Du von einer taillenlangen
Wallemähne träumst, denke bitte daran, dass dies nicht nur schnell
künstlich wirken kann, sondern auch im Umgang recht ungewohnt
und dadurch auch "tanzunfreundlich" sein kann (wer
kennt nicht die Geschichten von Haarteilen, die sich in Kostüm
und Schleier verheddert haben?), wenn Du im Alltag nur Deine
kürzeren Haare gewohnt bist. Im Zweifel also vielleicht lieber
ein bißchen kürzer, und dafür natürlicher. Auch eine zu voluminöse
Haarpracht, aus der dann einige dünne Strähnchen als Pony hervorgezogen
werden, wirkt schnell unnatürlich. Auch
sollte das Modell mit Deiner Gesichtsform harmonisieren.
Bei Echthaar-Modellen ist die Farbe generell kein Problem, da
man diese ganz nach Wunsch passend einfärben kann (siehe Abschnitt
"Pflege"). Aber auch bei Kunsthaar gibt es mittlerweile
eine schier unglaublich große Auswahl an Farben - sogar Modelle,
in denen mehrere Farbtöne verarbeitet sind und die sehr natürlich
wirken. Da ebenso wie bei Stoff der Farbton von Perücken und
Haarteilen bei unterschiedlicher Beleuchtung voneinander abweichen
kann, sollte die Lichtverhältnisse bei der Auswahl des Farbtons
möglichst ähnlich den Bedingungen des späteren Einsatzes sein
(auf der Bühne und bei Auftritten meist Kunstlicht, denn wer
tritt schon bei Tageslicht auf?). Hat man nicht die Möglichkeit,
die Farbe selber zu kontrollieren (z.B. bei Einkauf über Versandhandel)
so schickt man am besten bei der Bestellung eine Haarstähne
mit, anhand derer der passende Farbton dann problemlos ermittelt
werden kann.
Wo
kauft man am besten Perücken und Haarteile? Nun, manchmal ergattert
man im normalen Kaufhaus oder in Afro-Shops echte Schnäppchen.
Wenn Du Dich mit Perücken und Haarteilen aber noch nicht so
gut auskennst oder unsicher bist, ist es sicher das Beste, ein
entsprechendes Fachgeschäft aufzusuchen. Hier sollte neben einer
entsprechend großen Auswahl auch Personal für eine fachkundige
und kostenlose Beratung zur Verfügung stehen. Vereinbare am
besten vorher einen Termin, damit genügend Zeit für eine gute
Beratung da ist. Nimm´
Deine Freundin, Mutter oder jemand anderen als Ratgeber
/ Beobachter mit. Informationen zur Pflege und Serviceleistungen
wie Anpassen der Perücke (z.B. auslichten) sollten zum Serviceangebot
des Geschäftes dazugehören. Achte darauf, dass sich das Material
- egal ob Echt- oder Kunsthaar - weich und geschmeidig anfühlt
und nicht porös und strohig wirkt oder schon verfilzt ist. Und
last but not least: Lass Dich nicht von
einer geschickten Verkäuferin zum Kauf überreden, wenn Du Dir
nicht sicher bist. Gib Dich nicht mit dem Erstbesten zufrieden,
sondern suche lieber etwas länger und probiere es nochmal wo
anders.
Kleine Übersicht über die verschiedenen Formen
und Modelle
Es gibt verschiedene Techniken, nach denen Perücken gefertigt
werden.
Tressen-Perücke:
Dabei werden die Haare werden mit der Nähmaschine
auf Bänder genäht und diese dann wie ein Netz zur Perücke verbunden.
Handgeknüpfte
Perücke: Hierbei werden werden die Haare in zeitaufwendiger
Handarbeit auf feinen Tüll eingeknüpft.
Mono-Perücke: Dabei wird das Oberkopfhaar wird
sehr fein Haar für Haar auf einem kopfhautähnlichen Einsatz von
Hand eingeknüpft.
Vom
Preis und der Handhabung kommen für uns als Tänzerinnen praktisch
nur Tressen-Perücken in Frage. Handgeknüpfte- und
Mono-Perücken sind - da sehr aufwendig in der Herstellung - entsprechend
teuer und werden vor allem in medizinischen Fällen eingesetzt,
wenn die Perücke jeden Tag und in jeder Situation einsetzbar sein
und natürlich wirken muß.
Vollperücke Vollperücke
Eine
Vollperücke bedeutet, dass von den eigenen Haaren nicht mehr
zu sehen ist. Dabei wird der ganze Kopf - wie bei einer Badekappe
- abgedeckt.
Vorteil:
Durch das "Verschwinden" der eigenen Haare ist auch
ein kompletter Imagewechsel z.B. von blond nach dunkelhaarig
möglich. Ebenfalls dadurch ist auch der Einsatz bei extrem kurzen
Haaren möglich.
Eine Vollperücke
deckt die eigenen Haare komplett ab
Nachteil:
Durch den Pony oder den künstlichen Haaransatz wirkt eine Vollperücke
oft künstlicher als eine Halbperücke oder ein Haarteil.
Halbperücke
Vollperücke
Halbperücke
bedeutet, dass die Perücke kurz hinter den normalen Haaransatz
aufgesetzt wird (eigentlich wäre die Bezeichnung Dreiviertel-Perücke
treffender, da eben nur der Ansatz nicht bedeckt wird). Die
vordere Partie der eigenen Haare bleibt dabei frei und wird
nach hinten über den Ansatz der Perücke frisiert, wodurch dieser
perfekt kaschiert wird.
Eine Halbperücke läßt den Ansatz frei
Vorteil:
Da der eigene Haaransatz erhalten bleibt, wirkt diese Art von
Perücken sehr natürlich.
Nachteil: Die Farbe der Perücke muss ziemlich genau mit
der eigenen Haarfarbe übereinstimmen, damit der Übergang nicht
auffällt. Auch dürfen die eigenen Haare nicht zu kurz sein,
damit der Perückenansatz kaschiert werden kann.
Bandperücke
Eine
Bandperücke ist besonders praktisch, da sie sehr leicht und
schnell aufzusetzen ist und sowohl als Voll- als auch als Halbperücke
zu tragen ist (je nachdem, wie weit vorn oder hinten man das
Band trägt). Die Perücke ist dabei an einem breiten Haarband
befestigt, das man entweder direkt vorne am Haaransatz tragen
oder etwas weiter nach hinten über die eigenen Haare schieben
kann. Bei manchen Modellen kann man das Band auch abnehmen (z.B.
durch Druckknöpfe). Durch die unkomplizierte Handhabung sind
Bandperücken bei vielen Tänzerinnen besonders beliebt, leider
findet man diese Modelle jedoch zunehmend weniger in den Sortimenten
der Hersteller.
Am
einfachsten und sichersten ist es, eine Perücke mit speziellen
Perückenklammern zu befestigen. Das sind kleine Metallklammern
mit einem Mini-Haarkamm, bei denen der Rand mit Gummi beschichtet
ist. Ausnahme: Eine
Bandperücke kann man - wenn es mal schnell gehen soll - auch
nur mit mehreren Haarklammern festgestecken.
Perückenklammern
sind in unterschiedlichen Grössen und Farben (silber, braun,
schwarz) im Fachhandel oder im Friseurgeschäft erhältlich (Kostenpunkt:
ca. 5,- bis 8,- DM pro Stück). Und so wird´s gemacht:
Perückenklammern
einnähen:
Pro
Perücke benötigst Du 4 bis 6 Klammern (je nachdem, wie bombenfest
Du die Befestigung möchtest), 2 bis 3 größere und 2 bis 3 kleinere.
Diese werden dann am vorderen (Stirnansatz) und hinteren Rand
(Nacken) mit farblich passendem Nähgard eingenäht (siehe Abbildung).
Achte
darauf, dass die kleinen Kämmchen immer in die Perücke hinein
zeigen und die Wölbung der Klammern mit der der Perücke bzw.
der Kopfform übereinstimmt.
Die Perückenklammern werden vorne (am Stirnansatz)
und hinten (im Nacken) in der Perücke festgenäht
Eigene
Haare vorbereiten
Um
die Haare für das Aufsetzen Perücke vorzubereiten und zu legen
gibt es verschiedene Möglichkeiten. Für mich hat sich die folgende
Lösung am besten bewährt, da sie einfach, schnell, unkompliziert
und ohne fremde Hilfe zu bewerkstelligen ist und die Perücke
damit wirklich bombensicher sitzt: Am besten ist es, wenn die
Haare nicht gerade frisch gewaschen sind, da sie sonst sehr
glatt sind und die Klammern nicht ganz so gut halten (nach dem
Absetzen der Perücke sind die normalen Haare meist ohnehin so
angeklatscht, dass man sich die Haare waschen muss, also nicht
zu viel Arbeit machen).
Wenn
Du eine Halbperücke hast, teile zunächst den Haaransatz, der
frei bleiben soll, ab und stecke ihn mit einer Spange fest (bei
einer Vollperücke beginnst Du direkt am Haaransatz). Jetzt nimmst
Du die Haare am Oberkopf etwas weiter hinten straff zusammen
und fixierst diesen Mini-Zopf mit einem Haargummi. Je nach Haardicke
und -länge kann man auch 2 oder 3 Zöpfchen machen, die man anschließend
mit einer Haarklammer festclipst, so dass die Haarenden schön
eng am Kopf anliegen. Das Gleiche jetzt noch im Nacken: auch
hier ein Mini-Zöpfchen machen und nach oben festclipsen. Um
noch mehr Halt zu erzielen, fixiere ich die Ansätze vorn und
im Nacken noch zusätzlich mit etwas Haargel oder -Spray.
Perücke
aufsetzen
Jetzt
beuge ich den Kopf nach vorne und schiebe zunächst die vorderen
Kämmchen in den Haaransatz und clipse die Perückenklammern fest.
Dann ziehe ich die Perücke über den Kopf bis in den Nacken,
wo ich ebenfalls wieder die Klammern in den Haaransatz schiebe
und festclipse. Jetzt den Kopf wieder aufrichten und die Perücke
- falls gewünscht - noch zusätzlich mit einigen normalen Haarklammern
feststecken. Der freigebliebene Haaransatz kann nun nach Wunsch
gestylt werden (mit Lockenstab o.ä., oder evtl. bereits vorher
auf Wickler drehen) und dann über den Perückenansatz gekämmt
werden. Evtl. die eigenen Haare noch etwas mit dem Haarteil
vermauscheln und das Ganze fixieren - fertig!
Diese Methode geht natürlich nur, wenn die Haare wenigstens
3 bis 4 cm lang sind. Bei ganz raspelkurzen Haaren kann die
Perücke nur mit den Klammern an den Haaren befestigt werden.
Aber keine Angst: auch das hält hervorragend, denn durch die
Gummibeschichtung der Klammern reißt man sich eher die Haare
aus, als dass die Klipse herausrutschen.
Ratsam ist es in jedem Fall, das Aufsetzen der
Perücke schon mal vor dem "Ernstfall" in einer ruhigen
Minute zu üben. Dann kannst Du auch gleich ausprobieren, ob
das gute Stück auch wirklich fest sitzt (wirf z.B. mal die Haare
abrupt nach vorn und wieder zurück) und hast beim ersten Einsatz
ein besseres Gefühl.
Wenn Dein Wunschmodell nur als Vollperücke erhältlich ist, Du
sie jedoch lieber als Halbperücke tragen möchtest, kannst Du
bei Tressenperücken diese ganz leicht selber umarbeiten: Drehe
die Perücke auf links. Jetzt nimmst Du am Hinterkopf ca. 3-5
Tressen (je nachdem, wieviel kürzer die Perücke werden soll)
und nähst diese mit normalem Nähgarn (zur Haarfarbe passen)
zusammen. Wenn Du die Perücke wieder nach außen wendest, siehst
Du nichts mehr von dem kleinen Trick, lediglich der Hinterkopf
kann evtl. etwas fülliger wirken, was aber meist nicht stört.
Bei
den verschiedenen Modellen der Haarteile ist die Bananenform
besonders beliebt. Die eigenen Haare werden dabei am Hinterkopf
zusammengenommen, die Spange rechts und links aufgesetzt und
geschlossen. Dabei ist es sowohl möglich, die eigenen Haare
in der Spange verschwinden zu lassen, als auch durch das Netz
oder über den obersten Verschluß nach außen zu ziehen.
Vorteil: In großer Auswahl und vielen Farben erhältlich.
Leicht zu bekommen, da oft auch kleinere Geschäfte Bananenspangen
führen.
Nachteil: Da diese Form am weitesten verbreitet ist,
wird sie meist auch am ehesten als "Haarteil" erkannt.
Bei sehr lockigen oder voluminösen Haarteilen und eigenem, glatten
Haar kann der Übergang zu hart und damit künstlich wirken. Außerdem
müssen die Haare mindestens kinnlang sein.
Befestigung:
Nach meiner Erfahrung hat sich die folgende Methode als am einfachsten
und sichersten herausgestellt: Fasse die Haare am Hinterkopf
an drei Stellen jeweils mit einem Haargummi zusammen: einmal
weit oben am Hinterkopf (dort, wo später der Ansatz der Bananenspange
sitzen soll), einmal in der Mitte, einmal fast unten im Nacken
(siehe Abbildung). Die drei Zöpfe drehst Du nun noch einmal
locker zusammen und fixierst sie nochmals mit einem Haargummi,
so dass in etwa ein lockerer, länglicher Dutt entsteht. Jetzt
setzt Du die geöffnete Bananenspange von rechts und links ganz
dicht an den Haaransatz und schließt sie dann so, dass sich
die "Zähne" der Bananenklammer zwischen Kopfhaut und
Haargummi "festkrallen" können. Dadurch, dass die
Bananenspange so an drei Stellen arretiert ist, hält sie besonders
gut. Auf Wunsch kann man sie natürlich noch zusätzlich mit Haarklammern
oder -nadeln feststecken.
Noch ein Tipp: Mit einer Haarschlange (längeres Haarband, mit
Draht verstärkt), die Du locker um den Ansatz der Bananespange
schlingst, kannst Du den Ansatz der Spange und damit den Übergang
zu den eigenen Haaren perfekt verdecken.
Vorausgesetzt,
die eigenen Haare sind lang genug, um sie alle am Oberkopf zusammen
zu nehmen, kann man auch einen Pferdeschwanz als Haarteil
anstecken. Dabei gibt es verschiedene Varianten:
Befestigung
mit Schlaufe:
Hier näht man am besten noch ein kleines Kämmchen an den Schlaufenansatz
an. Dieses wird dann von oben in den eigenen Zopf eingesteckt.
Mit einigen Haarnadeln fixieren. Um den Übergang zu kaschieren
anschließen eine Haarsträhne oder ein Haarband um den Ansatz
des Haarteils herum wickeln und ebenfalls feststecken bzw. befestigen.
Befestigung
mit Klettverschluß oder Clip:
Hier ist meistens schon ein entsprechendes Kämmchen angenäht,
das wieder in den eigenen Zopf eingesteckt wird. Dann das Haarteil
um den eigenen Zopf herum legen und schließen. Mit Haarnadeln
fixieren und evtl. Übergang mit einem Band verdecken. Bei den
Haarteilen mit Clip ist oft schon eine entsprechende Schleife
o.ä. (kann meist ausgetauscht werden) angebracht.
Behandle Deine Perücke gut, dann hast Du auch länger Freude
an ihr! Nur durch regelmäßige Pflege wird Dein gutes Stück auch
noch nach längerer Zeit natürlich aussehen! Vor allem sollte
man sich nicht scheuen, die Perücke oder das Haarteil regelmäßig,
wenn auch vorsichtig und mit etwas Gefühl zu kämmen. Keine Sorge,
wenn dabei das gute Stück ein paar Haare läßt, das ist völlig
normal und fällt garantiert nicht auf. Ein verfilztes, umgekämmtes
Haarteil wird man dagegen auf den ersten Blick erkennen!
Echthaar
Generell sollte man Echthaar-Perücken und Haarteile wie empfindliches,
strapaziertes Haar pflegen.
Waschen:
Wenn sich das Haarteil strohig und struppig anfühlt oder keine
Form mehr hat, ist es Zeit für eine Wäsche. Für die Reinigung
ist ein mildes Shampoo für empfindliches Haar geeignet, ebenso
eine entsprechende Spülung oder Kur für die anschließende Pflege.
Dabei kann man genauso vorgehen wie bei einer Kunsthaarperücke
(Beschreibung siehe unten).
Färben:
Das Färben einer Echthaarperücke kann man ebenfalls problemlos
selbst zu Hause machen. Dazu am besten die Badewanne mit einer
Plastikfolie auslegen, auf die man die Perücke dann während
der Einwirkzeit legen kann. Achtung! Da für die meisten Perücken
relativ viel Haar verarbeitet wird, besser gleich 2 Packungen
Haarcoloration kaufen, da bei längeren Modellen eine Packung
leicht nicht ausreicht!
Dauerwelle:
Sogar eine Dauerwelle ist bei Echthaar möglich. Da dies jedoch
schon etwas kniffliger ist, sollte man sich nur bei entsprechender
Erfahrung selbst heran trauen und im Zweifelsfall damit doch
lieber zum Fachmann gehen.
Styling:
Auch hier ist alles möglich, was man bei "normalem"
Haar auch anwenden kann: Auf Wickler drehen, fönen, mit dem
Lockenstab stylen usw. usw. Dabei sollte man jedoch stets daran
denken, auch hier die Perücke oder das Haarteil wie empfindliches,
strapaziertes Haar zu behandeln. Also nicht zu grob vorgehen.
Zum Stylen ist es am praktischsten, die Perücke auf einen Perückenkopf
o.ä. zu setzen.
Vermieden
werden sollte: Alles, was "normales" empfindliches
Haar schädigen kann (grobes Bürsten, strapaziöses Styling, möglichst
wenig Haarspray...)
Kunsthaar
Für das Reinigen und die Pflege von Synthetik-Perücken sind
verschiedene Spezial-Produkte (Shampoo, Balsam, Spray) auf dem
Markt erhältlich. Sicher kann man sich darüber streiten, ob
solche Produkte unbedingt notwendig sind, aber erstens sind
sie meist kaum teurer als normale Haarpflegeprodukte und zweitens
habe ich selbst schon die Erfahrung gemacht, dass eine Synthetik-Perücke
plötzlich graue Strähnen durch ein falsches Shampoo bekommen
hat. Also besser nicht am falschen Ende sparen.
Waschen:
Wenn sich das Haarteil strohig und struppig
anfühlt ist es Zeit für eine Wäsche. Vor allem ältere Modelle
werden dadurch oft wieder viel weicher und geschmeidiger. So
geht´s: Kämm Deine Perücke vorsichtig und gut durch. Dann lasse
ca. zwei handbreit lauwarmes bis kaltes Wasser in die Badewanne
laufen und löse etwas Shampoo (möglichst Spezial-Produkt) darin
auf. Leg Deine Perücke in das Bad hinein (Haare nach oben).
Nun fass die Perücke an der Forderseite oben am Haaransatz an
und ziehe sie einige Male durch das Wasser. Anschließend die
Perücke gründlich ausspülen: Dazu kaltes Wasser
von oben und innen in die Perücke hineinlaufen lassen. Anschließend
kann noch eine Behandlung mit Spezial-Perückenspülung erfolgen
- die Prozedur ist die gleiche wie bei der Reinigung mit Shampoo.
Anschließen legst Du die Perücke in ein Handtuch und drückst
sie vorsichtig aus. Evtl. noch etwas Pflegelotion (Spezial-Produkt)
im Haar verteilen. Jezt kannst Du die Perücke ausschütteln und
auf einen Perückenkopf zum Trocken legen. Mit einem sehr grobzinkigen
Kamm das Haar etwas trennen, aber nicht durchkämmen oder zu
viel an dem Haar herumkämmen! Erst wenn die Perücke trocken
ist, kannst Du sie durchkämmen und in Form bringen.
Färben,
Dauerwelle, Styling: Ist bei Kunsthaar nicht möglich!
Vermieden
werden sollte: Auf keinen Fall der Perücke mit Fön oder
Lockstab zu Leibe rücken! Schweiß und Haarspray sollten ebenso
vermieden, da das Haarteil dadurch schneller verfilzt und die
Struktur geschädigt wird.
Aufbewahrung
Für die Aufbewahrung gibt es im Fachhandel spezielle Perückenköpfe,
auf denen die Perücke auch gleich in Form bleibt. Sie werden
aus Plastik und Styropor angeboten, wobei Styropor für Langhaar-Perücken
oft zu leicht ist und der Kopf samt Perücke umkippt. Ansonsten
tut es auch ein Kleiderbügel, an dem die Perücke oder das Haarteil
am Rand aufgehangen werden. Auf jeden Fall sollte man sowohl
Kunst- als auch Echthaar vor Staub schützen - z.B. mit einer
Stoff- oder Plastiktüte zum Abdecken.
Wie lang kann man denn nun ein Haarteil oder eine Perücke benutzen?
Nun, dies hängt im großen Maß von der Häufigkeit der Benutzung,
der Pflege und der Art der Behandlung ab. Wer täglich eine Perücke
trägt, kann sie zwar nach einem Jahr auch noch tragen; man kann
aber nicht erwarten, dass sie dann noch genau so gut aussieht
wie beim Kauf. Schweiß, Haarspray und Parfüm tun ihr übriges,
so dass auch die beste Perücke nach und nach verfilzt und unansehnlich
wird. Wenn man das Ganze wirklich kritisch im Spiegel
betrachtet, bemerkt man von selbst, wann es für ein neues Haarteil
Zeit wird - bevor es jemand anders bemerkt. Im Zweifelsfall
gilt auch hier: lieber zu früh als zu spät nach einem neuen
Modell Ausschau halten, und wieso nicht mal mehrere Modelle
zur Auswahl haben? Das ist nicht nur abwechslungsreicher, man
kann so auch ganz verschiedene Looks kreieren. In diesem Sinne
- viel Spaß beim Ausprobieren!
Webdesign, Idee, Konzept, Realisation:Djamila.
Djamila ist ein beim Dt. Patentamt eingetragener geschützter Markenname.
Ein Mißbrauch kann zu Schadensersatzansprüchen führen.