Rund um Perücken und Haarteile

Inhalt:

Einführung

Wer kennt es nicht, das Gefühl, sich auf der Bühne oder beim Auftritt in jemand anderen zu verwandeln? Hier fühlen wir uns nicht wie alltägliche Wesen, sondern tauchen ein in eine andere Welt voll Glitzer und Glamour. Doch nicht nur die Tänzerin, sondern auch das Publikum möchte ein Stück weit in eine Welt der Illusionen versetzt werden, hat es doch oft ganz bestimmte Vorstellungen, wie eine orientalische Tänzerin aussehen soll. Neben Typ und Aussehen sind hier auch die Haare ein ganz wichtiger Punkt, denn lange, schöne Haare gehören nun mal unweigerlich zum "Klischee" der orientalischen Tänzerin dazu.

Doch was tun, wenn uns die Natur nun mal leider statt mit der voluminösen Löwenmähne mit feinen, glatten Haaren ausgestattet hat? Oder unsere Haare nun mal partout nicht länger werden wollen, obwohl wir sie schon jahrelang züchten? Hier bieten Perücken und Haarteile die ideale Lösung.

Um gleich ein weitverbreitetes Vorurteil vorweg zu nehmen: Perücken und Haarteile, die man von weitem erkennt, sind schlechte Modelle, falsch geschnitten und frisiert oder einfach abgenutzt. Die Qualität der heute angebotenen Modelle ist so hochwertig, daß man sowohl bei Echt- wie auch bei Kunsthaar schon genauer schauen muss, um zu sehen, daß es sich um ein Haarteil oder eine Perücke handelt. Für mich persönlich war es das schönste Kompliment, als ich für die Hochzeitsfeier meiner Friseurin engagiert war und sie später abends nach der Show meinte: "Ja, jetzt wo sie es sagen, fällt mir erst auf, dass ihre Haare ja viel länger sind. Ich habe die ganze Zeit überlegt, was im Salon sonst anders ist!" 

Gründe, auf ein Haarteil oder eine Perücke zurückzugreifen, gibt es viele: Sei es, dass die eigenen Haare einfach zu kurz sind - weil sie noch nicht lang genug gewachsen sind oder der praktische Kurzhaarschnitt im Alltag einfach praktischer ist und besser zu uns passt. Aber auch Frauen, die zwar recht lange, aber dünne Haare haben, können auf diesem Weg endlich ihren Traum von der verführerischen Mähne verwirklichen. Denn gerade bei feinem Haar ist auch das beste Styling oft umsonst: Denn kaum tanzt man 10 Minuten und beginnt zu schwitzen, klatscht oft die ganze Mähne wieder zusammen. Mal ganz davon abgesehen, dass das ständige fönen, aufdrehen, toupieren und sprayen den Haaren nicht gerade zuträglich ist. Manche Frauen schätzen aber auch einfach den Verwandlungseffekt durch ein Haarteil oder eine Perücke: Eben noch unscheinbare Maus, jetzt schon verführerischer Vamp. Und das Ganze äußerst pflegeleicht und zeitsparend, denn das Aufsetzen einer Perücke oder eines Haarteils geht oft weit flotter, als die eigenen Haare zu stylen (auch ein Vorteil bei kurzfristigen Auftritten).

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Echthaar oder Kunsthaar?

Die Frage, ob nun Echthaar oder Kunsthaar besser ist, kann man sicher nicht generell beantworten. Beide Materialien haben ihre speziellen Vorteile und auch Nachteile, so das man überlegen sollte, welche Punkte einem selbst wichtig sein bzw. auf welche Merkmale man besonders Wert legt. Hier einige Punkte, die man bedenken sollte:

Echthaar Kunsthaar

Vorteile:
Individuell färbbar
Individuell zu stylen (Locken, eindrehen)
Wirkt absolut natürlich (Aussehen, Bewegung)
Hält länger

Vorteile:
Sortiment / Angebot an Modellen größer
Wird in vielen Farben angeboten
Leicht zu pflegen
Preiswerter als Echthaar

Nachteile:
Ist teurer
Etwas pflegeaufwendiger
Nachteile:
Kürzere Lebensdauer
Nicht umform-/ umfärbbar
Wirkt nicht ganz so natürlich
Ideal:
für Frauen, die ihre Haare öfter färben (auch in unterschiedlichen Farben oder mit Henna)
Wenn man sehr nah bei den Leuten ist
Ideal:
als Einsteigermodell zum Ausprobieren
wenn man nicht so viel investieren möchte
wenn man sich verschiedene Modelle leisten möchte

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Welches Modell?

Meiner Meinung nach das wichtigste Kriterium: Du mußt Dich mit Deiner Perücke bzw. Deinem Haarteil wohl fühlen! Damit das der Fall ist, sollte das Modell in Haarfülle und Haarvolumen zu Deiner Körpergröße passen. Falls Du von einer taillenlangen Wallemähne träumst, denke bitte daran, dass dies nicht nur schnell künstlich wirken kann, sondern auch im Umgang recht ungewohnt und dadurch auch "tanzunfreundlich" sein kann (wer kennt nicht die Geschichten von Haarteilen, die sich in Kostüm und Schleier verheddert haben?), wenn Du im Alltag nur Deine kürzeren Haare gewohnt bist. Im Zweifel also vielleicht lieber ein bißchen kürzer, und dafür natürlicher. Auch eine zu voluminöse Haarpracht, aus der dann einige dünne Strähnchen als Pony hervorgezogen werden, wirkt schnell unnatürlich. Auch sollte das Modell mit Deiner Gesichtsform harmonisieren.

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Farben

Bei Echthaar-Modellen ist die Farbe generell kein Problem, da man diese ganz nach Wunsch passend einfärben kann (siehe Abschnitt "Pflege"). Aber auch bei Kunsthaar gibt es mittlerweile eine schier unglaublich große Auswahl an Farben - sogar Modelle, in denen mehrere Farbtöne verarbeitet sind und die sehr natürlich wirken. Da ebenso wie bei Stoff der Farbton von Perücken und Haarteilen bei unterschiedlicher Beleuchtung voneinander abweichen kann, sollte die Lichtverhältnisse bei der Auswahl des Farbtons möglichst ähnlich den Bedingungen des späteren Einsatzes sein (auf der Bühne und bei Auftritten meist Kunstlicht, denn wer tritt schon bei Tageslicht auf?). Hat man nicht die Möglichkeit, die Farbe selber zu kontrollieren (z.B. bei Einkauf über Versandhandel) so schickt man am besten bei der Bestellung eine Haarstähne mit, anhand derer der passende Farbton dann problemlos ermittelt werden kann. 

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Tipps zum Kauf

Wo kauft man am besten Perücken und Haarteile? Nun, manchmal ergattert man im normalen Kaufhaus oder in Afro-Shops echte Schnäppchen. Wenn Du Dich mit Perücken und Haarteilen aber noch nicht so gut auskennst oder unsicher bist, ist es sicher das Beste, ein entsprechendes Fachgeschäft aufzusuchen. Hier sollte neben einer entsprechend großen Auswahl auch Personal für eine fachkundige und kostenlose Beratung zur Verfügung stehen. Vereinbare am besten vorher einen Termin, damit genügend Zeit für eine gute Beratung da ist. Nimm´ Deine Freundin, Mutter oder jemand anderen als Ratgeber / Beobachter mit. Informationen zur Pflege und Serviceleistungen wie Anpassen der Perücke (z.B. auslichten) sollten zum Serviceangebot des Geschäftes dazugehören. Achte darauf, dass sich das Material - egal ob Echt- oder Kunsthaar - weich und geschmeidig anfühlt und nicht porös und strohig wirkt oder schon verfilzt ist. Und last but not least: Lass Dich nicht von einer geschickten Verkäuferin zum Kauf überreden, wenn Du Dir nicht sicher bist. Gib Dich nicht mit dem Erstbesten zufrieden, sondern suche lieber etwas länger und probiere es nochmal wo anders.

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Kleine Übersicht über die verschiedenen Formen und Modelle

Es gibt verschiedene Techniken, nach denen Perücken gefertigt werden.

TressenperückeTressen-Perücke:
Dabei werden die Haare werden mit der Nähmaschine auf Bänder genäht und diese dann wie ein Netz zur Perücke verbunden.

Handgeknüpfte PerückeHandgeknüpfte Perücke:
Hierbei werden werden die Haare in zeitaufwendiger Handarbeit auf feinen Tüll eingeknüpft.

Mono-PerückeMono-Perücke:
Dabei wird das Oberkopfhaar wird sehr fein Haar für Haar auf einem kopfhautähnlichen Einsatz von Hand eingeknüpft.

Vom Preis und der Handhabung kommen für uns als Tänzerinnen praktisch nur Tressen-Perücken in Frage. Handgeknüpfte- und Mono-Perücken sind - da sehr aufwendig in der Herstellung - entsprechend teuer und werden vor allem in medizinischen Fällen eingesetzt, wenn die Perücke jeden Tag und in jeder Situation einsetzbar sein und natürlich wirken muß.

Vollperücke
Vollperücke

Beispiel für eine VollperückeEine Vollperücke bedeutet, dass von den eigenen Haaren nicht mehr zu sehen ist. Dabei wird der ganze Kopf - wie bei einer Badekappe - abgedeckt.

Vorteil: Durch das "Verschwinden" der eigenen Haare ist auch ein kompletter Imagewechsel z.B. von blond nach dunkelhaarig möglich. Ebenfalls dadurch ist auch der Einsatz bei extrem kurzen Haaren möglich.

Eine Vollperücke deckt die eigenen Haare komplett ab
Eine Vollperücke
deckt die eigenen Haare komplett ab

Nachteil: Durch den Pony oder den künstlichen Haaransatz wirkt eine Vollperücke oft künstlicher als eine Halbperücke oder ein Haarteil.

Halbperücke
Vollperücke

Beispiel für eine HalbperückeHalbperücke bedeutet, dass die Perücke kurz hinter den normalen Haaransatz aufgesetzt wird (eigentlich wäre die Bezeichnung Dreiviertel-Perücke treffender, da eben nur der Ansatz nicht bedeckt wird). Die vordere Partie der eigenen Haare bleibt dabei frei und wird nach hinten über den Ansatz der Perücke frisiert, wodurch dieser perfekt kaschiert wird.

Eine Halbperücke läßt den Ansatz frei
Eine Halbperücke läßt den Ansatz frei

Vorteil: Da der eigene Haaransatz erhalten bleibt, wirkt diese Art von Perücken sehr natürlich.

Nachteil: Die Farbe der Perücke muss ziemlich genau mit der eigenen Haarfarbe übereinstimmen, damit der Übergang nicht auffällt. Auch dürfen die eigenen Haare nicht zu kurz sein, damit der Perückenansatz kaschiert werden kann.

Bandperücke

Beispiel für eine BandperückeEine Bandperücke ist besonders praktisch, da sie sehr leicht und schnell aufzusetzen ist und sowohl als Voll- als auch als Halbperücke zu tragen ist (je nachdem, wie weit vorn oder hinten man das Band trägt). Die Perücke ist dabei an einem breiten Haarband befestigt, das man entweder direkt vorne am Haaransatz tragen oder etwas weiter nach hinten über die eigenen Haare schieben kann. Bei manchen Modellen kann man das Band auch abnehmen (z.B. durch Druckknöpfe). Durch die unkomplizierte Handhabung sind Bandperücken bei vielen Tänzerinnen besonders beliebt, leider findet man diese Modelle jedoch zunehmend weniger in den Sortimenten der Hersteller.

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Befestigung

Am einfachsten und sichersten ist es, eine Perücke mit speziellen Perückenklammern zu befestigen. Das sind kleine Metallklammern mit einem Mini-Haarkamm, bei denen der Rand mit Gummi beschichtet ist. Ausnahme: Eine Bandperücke kann man - wenn es mal schnell gehen soll - auch nur mit mehreren Haarklammern festgestecken.

Perückenklammern sind in unterschiedlichen Grössen und Farben (silber, braun, schwarz) im Fachhandel oder im Friseurgeschäft erhältlich (Kostenpunkt: ca. 5,- bis 8,- DM pro Stück). Und so wird´s gemacht:

Perückenklammern einnähen:

Pro Perücke benötigst Du 4 bis 6 Klammern (je nachdem, wie bombenfest Du die Befestigung möchtest), 2 bis 3 größere und 2 bis 3 kleinere. Diese werden dann am vorderen (Stirnansatz) und hinteren Rand (Nacken) mit farblich passendem Nähgard eingenäht (siehe Abbildung).

Achte darauf, dass die kleinen Kämmchen immer in die Perücke hinein zeigen und die Wölbung der Klammern mit der der Perücke bzw. der Kopfform übereinstimmt.


Die Perückenklammern werden vorne (am Stirnansatz)
und hinten (im Nacken) in der Perücke festgenäht

Eigene Haare vorbereiten

Um die Haare für das Aufsetzen Perücke vorzubereiten und zu legen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Für mich hat sich die folgende Lösung am besten bewährt, da sie einfach, schnell, unkompliziert und ohne fremde Hilfe zu bewerkstelligen ist und die Perücke damit wirklich bombensicher sitzt: Am besten ist es, wenn die Haare nicht gerade frisch gewaschen sind, da sie sonst sehr glatt sind und die Klammern nicht ganz so gut halten (nach dem Absetzen der Perücke sind die normalen Haare meist ohnehin so angeklatscht, dass man sich die Haare waschen muss, also nicht zu viel Arbeit machen).

Wenn Du eine Halbperücke hast, teile zunächst den Haaransatz, der frei bleiben soll, ab und stecke ihn mit einer Spange fest (bei einer Vollperücke beginnst Du direkt am Haaransatz). Jetzt nimmst Du die Haare am Oberkopf etwas weiter hinten straff zusammen und fixierst diesen Mini-Zopf mit einem Haargummi. Je nach Haardicke und -länge kann man auch 2 oder 3 Zöpfchen machen, die man anschließend mit einer Haarklammer festclipst, so dass die Haarenden schön eng am Kopf anliegen. Das Gleiche jetzt noch im Nacken: auch hier ein Mini-Zöpfchen machen und nach oben festclipsen. Um noch mehr Halt zu erzielen, fixiere ich die Ansätze vorn und im Nacken noch zusätzlich mit etwas Haargel oder -Spray.

Perücke aufsetzen

Jetzt beuge ich den Kopf nach vorne und schiebe zunächst die vorderen Kämmchen in den Haaransatz und clipse die Perückenklammern fest. Dann ziehe ich die Perücke über den Kopf bis in den Nacken, wo ich ebenfalls wieder die Klammern in den Haaransatz schiebe und festclipse. Jetzt den Kopf wieder aufrichten und die Perücke - falls gewünscht - noch zusätzlich mit einigen normalen Haarklammern feststecken. Der freigebliebene Haaransatz kann nun nach Wunsch gestylt werden (mit Lockenstab o.ä., oder evtl. bereits vorher auf Wickler drehen) und dann über den Perückenansatz gekämmt werden. Evtl. die eigenen Haare noch etwas mit dem Haarteil vermauscheln und das Ganze fixieren - fertig!

Diese Methode geht natürlich nur, wenn die Haare wenigstens 3 bis 4 cm lang sind. Bei ganz raspelkurzen Haaren kann die Perücke nur mit den Klammern an den Haaren befestigt werden. Aber keine Angst: auch das hält hervorragend, denn durch die Gummibeschichtung der Klammern reißt man sich eher die Haare aus, als dass die Klipse herausrutschen.
Ratsam ist es in jedem Fall, das Aufsetzen der Perücke schon mal vor dem "Ernstfall" in einer ruhigen Minute zu üben. Dann kannst Du auch gleich ausprobieren, ob das gute Stück auch wirklich fest sitzt (wirf z.B. mal die Haare abrupt nach vorn und wieder zurück) und hast beim ersten Einsatz ein besseres Gefühl.

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Eine Vollperücke zur Halbperücke umarbeiten

Wenn Dein Wunschmodell nur als Vollperücke erhältlich ist, Du sie jedoch lieber als Halbperücke tragen möchtest, kannst Du bei Tressenperücken diese ganz leicht selber umarbeiten: Drehe die Perücke auf links. Jetzt nimmst Du am Hinterkopf ca. 3-5 Tressen (je nachdem, wieviel kürzer die Perücke werden soll) und nähst diese mit normalem Nähgarn (zur Haarfarbe passen) zusammen. Wenn Du die Perücke wieder nach außen wendest, siehst Du nichts mehr von dem kleinen Trick, lediglich der Hinterkopf kann evtl. etwas fülliger wirken, was aber meist nicht stört.

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Haarteile

Bananenspange

Bei den verschiedenen Modellen der Haarteile ist die Bananenform besonders beliebt. Die eigenen Haare werden dabei am Hinterkopf zusammengenommen, die Spange rechts und links aufgesetzt und geschlossen. Dabei ist es sowohl möglich, die eigenen Haare in der Spange verschwinden zu lassen, als auch durch das Netz oder über den obersten Verschluß nach außen zu ziehen.

Vorteil: In großer Auswahl und vielen Farben erhältlich. Leicht zu bekommen, da oft auch kleinere Geschäfte Bananenspangen führen.

Nachteil: Da diese Form am weitesten verbreitet ist, wird sie meist auch am ehesten als "Haarteil" erkannt. Bei sehr lockigen oder voluminösen Haarteilen und eigenem, glatten Haar kann der Übergang zu hart und damit künstlich wirken. Außerdem müssen die Haare mindestens kinnlang sein.

Befestigung: Nach meiner Erfahrung hat sich die folgende Methode als am einfachsten und sichersten herausgestellt: Fasse die Haare am Hinterkopf an drei Stellen jeweils mit einem Haargummi zusammen: einmal weit oben am Hinterkopf (dort, wo später der Ansatz der Bananenspange sitzen soll), einmal in der Mitte, einmal fast unten im Nacken (siehe Abbildung). Die drei Zöpfe drehst Du nun noch einmal locker zusammen und fixierst sie nochmals mit einem Haargummi, so dass in etwa ein lockerer, länglicher Dutt entsteht. Jetzt setzt Du die geöffnete Bananenspange von rechts und links ganz dicht an den Haaransatz und schließt sie dann so, dass sich die "Zähne" der Bananenklammer zwischen Kopfhaut und Haargummi "festkrallen" können. Dadurch, dass die Bananenspange so an drei Stellen arretiert ist, hält sie besonders gut. Auf Wunsch kann man sie natürlich noch zusätzlich mit Haarklammern oder -nadeln feststecken.

Noch ein Tipp: Mit einer Haarschlange (längeres Haarband, mit Draht verstärkt), die Du locker um den Ansatz der Bananespange schlingst, kannst Du den Ansatz der Spange und damit den Übergang zu den eigenen Haaren perfekt verdecken.

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Pferdeschwanz

Vorausgesetzt, die eigenen Haare sind lang genug, um sie alle am Oberkopf zusammen zu nehmen, kann man auch einen  Pferdeschwanz als Haarteil anstecken. Dabei gibt es verschiedene Varianten:

Befestigung mit Schlaufe:
Hier näht man am besten noch ein kleines Kämmchen an den Schlaufenansatz an. Dieses wird dann von oben in den eigenen Zopf eingesteckt. Mit einigen Haarnadeln fixieren. Um den Übergang zu kaschieren anschließen eine Haarsträhne oder ein Haarband um den Ansatz des Haarteils herum wickeln und ebenfalls feststecken bzw. befestigen.

Haarteil mit Clip-VerschlußBefestigung mit Klettverschluß oder Clip:
Hier ist meistens schon ein entsprechendes Kämmchen angenäht, das wieder in den eigenen Zopf eingesteckt wird. Dann das Haarteil um den eigenen Zopf herum legen und schließen. Mit Haarnadeln fixieren und evtl. Übergang mit einem Band verdecken. Bei den Haarteilen mit Clip ist oft schon eine entsprechende Schleife o.ä. (kann meist ausgetauscht werden) angebracht.

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Preise

Und was muss man nun für den schönen Schein investieren? Nun, man kann in etwa von folgenden Preisspannen ausgehen:

Echthaarperücken:
Schulterlange Modelle sind ab ca. 200,- Euro erhältlich,
längere Modell ab ca. 300,- Euro und aufwärts

Synthetikperücken:
Schulterlange Modelle sind ab ca. 50,- Euro erhältlich,
längere Modell ab ca. 80,- Euro und aufwärts

Bananenspangen und Pferdeschwänze:
Kunsthaar ab ca. 40,- Euro, Echthaar ab ca. 100,- Euro

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Pflege

Behandle Deine Perücke gut, dann hast Du auch länger Freude an ihr! Nur durch regelmäßige Pflege wird Dein gutes Stück auch noch nach längerer Zeit natürlich aussehen! Vor allem sollte man sich nicht scheuen, die Perücke oder das Haarteil regelmäßig, wenn auch vorsichtig und mit etwas Gefühl zu kämmen. Keine Sorge, wenn dabei das gute Stück ein paar Haare läßt, das ist völlig normal und fällt garantiert nicht auf. Ein verfilztes, umgekämmtes Haarteil wird man dagegen auf den ersten Blick erkennen!

Echthaar

Generell sollte man Echthaar-Perücken und Haarteile wie empfindliches, strapaziertes Haar pflegen.

Waschen: Wenn sich das Haarteil strohig und struppig anfühlt oder keine Form mehr hat, ist es Zeit für eine Wäsche. Für die Reinigung ist ein mildes Shampoo für empfindliches Haar geeignet, ebenso eine entsprechende Spülung oder Kur für die anschließende Pflege. Dabei kann man genauso vorgehen wie bei einer Kunsthaarperücke (Beschreibung siehe unten).

Färben: Das Färben einer Echthaarperücke kann man ebenfalls problemlos selbst zu Hause machen. Dazu am besten die Badewanne mit einer Plastikfolie auslegen, auf die man die Perücke dann während der Einwirkzeit legen kann. Achtung! Da für die meisten Perücken relativ viel Haar verarbeitet wird, besser gleich 2 Packungen Haarcoloration kaufen, da bei längeren Modellen eine Packung leicht nicht ausreicht!

Dauerwelle: Sogar eine Dauerwelle ist bei Echthaar möglich. Da dies jedoch schon etwas kniffliger ist, sollte man sich nur bei entsprechender Erfahrung selbst heran trauen und im Zweifelsfall damit doch lieber zum Fachmann gehen.

Styling: Auch hier ist alles möglich, was man bei "normalem" Haar auch anwenden kann: Auf Wickler drehen, fönen, mit dem Lockenstab stylen usw. usw. Dabei sollte man jedoch stets daran denken, auch hier die Perücke oder das Haarteil wie empfindliches, strapaziertes Haar zu behandeln. Also nicht zu grob vorgehen. Zum Stylen ist es am praktischsten, die Perücke auf einen Perückenkopf o.ä. zu setzen.

Vermieden werden sollte: Alles, was "normales" empfindliches Haar schädigen kann (grobes Bürsten, strapaziöses Styling, möglichst wenig Haarspray...)

Kunsthaar

Für das Reinigen und die Pflege von Synthetik-Perücken sind verschiedene Spezial-Produkte (Shampoo, Balsam, Spray) auf dem Markt erhältlich. Sicher kann man sich darüber streiten, ob solche Produkte unbedingt notwendig sind, aber erstens sind sie meist kaum teurer als normale Haarpflegeprodukte und zweitens habe ich selbst schon die Erfahrung gemacht, dass eine Synthetik-Perücke plötzlich graue Strähnen durch ein falsches Shampoo bekommen hat. Also besser nicht am falschen Ende sparen.

Waschen: Wenn sich das Haarteil strohig und struppig anfühlt ist es Zeit für eine Wäsche. Vor allem ältere Modelle werden dadurch oft wieder viel weicher und geschmeidiger. So geht´s: Kämm Deine Perücke vorsichtig und gut durch. Dann lasse ca. zwei handbreit lauwarmes bis kaltes Wasser in die Badewanne laufen und löse etwas Shampoo (möglichst Spezial-Produkt) darin auf. Leg Deine Perücke in das Bad hinein (Haare nach oben). Nun fass die Perücke an der Forderseite oben am Haaransatz an und ziehe sie einige Male durch das Wasser. Anschließend die Perücke gründlich ausspülen: Dazu kaltes Wasser von oben und innen in die Perücke hineinlaufen lassen. Anschließend kann noch eine Behandlung mit Spezial-Perückenspülung erfolgen - die Prozedur ist die gleiche wie bei der Reinigung mit Shampoo. Anschließen legst Du die Perücke in ein Handtuch und drückst sie vorsichtig aus. Evtl. noch etwas Pflegelotion (Spezial-Produkt) im Haar verteilen. Jezt kannst Du die Perücke ausschütteln und auf einen Perückenkopf zum Trocken legen. Mit einem sehr grobzinkigen Kamm das Haar etwas trennen, aber nicht durchkämmen oder zu viel an dem Haar herumkämmen! Erst wenn die Perücke trocken ist, kannst Du sie durchkämmen und in Form bringen.

Färben, Dauerwelle, Styling: Ist bei Kunsthaar nicht möglich!

Vermieden werden sollte: Auf keinen Fall der Perücke mit Fön oder Lockstab zu Leibe rücken! Schweiß und Haarspray sollten ebenso vermieden, da das Haarteil dadurch schneller verfilzt und die Struktur geschädigt wird.

Aufbewahrung

Für die Aufbewahrung  gibt es im Fachhandel spezielle Perückenköpfe, auf denen die Perücke auch gleich in Form bleibt. Sie werden aus Plastik und Styropor angeboten, wobei Styropor für Langhaar-Perücken oft zu leicht ist und der Kopf samt Perücke umkippt. Ansonsten tut es auch ein Kleiderbügel, an dem die Perücke oder das Haarteil am Rand aufgehangen werden. Auf jeden Fall sollte man sowohl Kunst- als auch Echthaar vor Staub schützen - z.B. mit einer Stoff- oder Plastiktüte zum Abdecken.

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Lebensdauer von Perücken und Haarteilen

Wie lang kann man denn nun ein Haarteil oder eine Perücke benutzen? Nun, dies hängt im großen Maß von der Häufigkeit der Benutzung, der Pflege und der Art der Behandlung ab. Wer täglich eine Perücke trägt, kann sie zwar nach einem Jahr auch noch tragen; man kann aber nicht erwarten, dass sie dann noch genau so gut aussieht wie beim Kauf. Schweiß, Haarspray und Parfüm tun ihr übriges, so dass auch die beste Perücke nach und nach verfilzt und unansehnlich wird. Wenn man das Ganze  wirklich kritisch im Spiegel betrachtet, bemerkt man von selbst, wann es für ein neues Haarteil Zeit wird - bevor es jemand anders bemerkt. Im Zweifelsfall gilt auch hier: lieber zu früh als zu spät nach einem neuen Modell Ausschau halten, und wieso nicht mal mehrere Modelle zur Auswahl haben? Das ist nicht nur abwechslungsreicher, man kann so auch ganz verschiedene Looks kreieren. In diesem Sinne - viel Spaß beim Ausprobieren!

Djamila

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Weiterführende Links zum Thema Perücken und Haarteile:

Die Perücke im Wandel der Zeit
Bericht eines Schweizer Perückenherstellers

Wie werden Perücken gefertigt ?
Bericht eines Schweizerischen Perückenherstellers

Schönheit um jeden Preis

Perücken im alten Ägypten

Geheimnisse des Haares
Willkommen zu "Haare - die tägliche Faszination"

Tolle Haare
Die Besten Tricks für Tolle Haare

 

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